Nach dem möglichen Fund von Weltkriegsbomben in Plauen haben am Freitag die Spezialuntersuchungen in dem betroffenen Stadtgebiet begonnen. Experten legen den Boden auf den zentrumsnahen Baustellen bis zu einen halben Meter an mehrere verdächtige Metallgegenstände heran frei, sagte die Stadtsprecherin Silvia Weck der Deutschen Presse-Agentur.
Sollte die vollständige Ausgrabung an diesem Samstagmorgen tatsächlich eine oder mehrere Bomben bestätigen, würden Evakuierungsmaßnahmen anlaufen. Dann müssten bis zu 17 000 Menschen in Sicherheit gebracht werden. Erst danach könne der Kampfmittelbeseitigungsdienst die Blindgänger entschärfen. Bei einer 250-Kilogramm-Bombe gilt in Sachsen ein Evakuierungsradius von einem Kilometer rund um die Fundstelle. Damit stünde Plauen laut Stadtsprecherin die größte bisherige Evakuierungsaktion bevor.
Betroffen wären neben Wohnungen, Geschäften, Gaststätten und Tagespflegeeinrichtungen auch eine Seniorenresidenz mit 41 und ein Altenpflegeheim mit 73 Bewohnern. Außerdem müssten 135 Menschen aus sechs betreuten Wohngruppen ihre Häuser verlassen. «Wir appellieren an alle Anwohner, bei einer möglichen Evakuierung bei Verwandten oder Freunden unterzukommen», so Weck.