Der Eichenprozessionsspinner breitet sich seit einigen Jahren vor allem in den Wäldern im Landkreis Nordsachen und im Dresdner Elbtal aus. In diesen Regionen profitiere die Schmetterlingsart von der trockenwarmen Witterung, sagte Renke Coordes von Sachsenforst. Auch die späten Fröste im April hätten keine relevanten Auswirkungen auf die Population gehabt. Im Eistadium im Winter sowie im Raupenstadium im Frühjahr sei der Eichenprozessionsspinner ausreichend kältetolerant. Erst über mehrere Tage anhaltende Kälteeinbrüche in Verbindung mit Nahrungsmangel durch noch nicht ausgetriebene oder abgestorbene Blätter würden die Insekten geschädigt.
Coordes geht wegen des geplanten Waldumbaus von einer stetigen, aber relativ langsamen Ausbreitung aus. Der Eichenprozessionsspinner benötigt für seine Entwicklung vor allem Eichenarten. Durch den Waldumbau werde der Anteil insbesondere der heimischen Stiel- und Traubeneichen als potenzielle Nahrungsbäume für die Raupen perspektivisch zunehmen. «Da bevorzugt ältere Bäume besiedelt werden und die heimischen Eichenarten für ihre Entwicklung viele Jahrzehnte benötigen, verbessert sich das Nahrungsangebot aber nicht schlagartig.»