Du bist früh aufgestanden. Viel zu früh. Nur um rechtzeitig am Flughafen zu sein und schon vor dem Frühstück die ersten Demütigungen über Dich ergehen zu lassen. Du sitzt im Flieger und siehst auf die Stadt, in der Du schon lange wohnst, von oben herab. Dann bist Du über den Wolken, und vielleicht schläfst Du ja noch ein wenig. Ist ja eh nichts los. Vier Stunden und einen Umstieg später in 10.069 Meter Höhe schaust Du aus dem Fenster und siehst: das Meer. Blau wie die Adria. Es ist die Adria. Mit 848 km/h gleitet unter Dir die Landschaft vorbei, die du wenig später quasi auf Augenhöhe erfahren wirst – nach der Landung, mit dem gemieteten Auto genau die Strecke entlang der Küste zurück Richtung Ziel: Korčula.
Beim ersten Mal ist das alles noch fremd. Die Zusammenhänge ergeben sich erst später. Aber man ist ja immer schlauer, wenn man aus dem Rathaus herauskommt. Heimische Vorab-Recherche hatte ergeben: auf dem Weg von Dubrovnik (bzw. dem Flughafen, der so heißt, aber eher in der Pampa östlich der Hauptstadt liegt) nach Vela Luka am westlichsten Ende der Insel Korčula könnte das Restaurant Sutvid ein schöner Zwischenstopp sein. Kaum ein Umweg von der berechneten Verbindung und irgendwie nett beschrieben. Die errechnete Ankunftszeit schien passend: kurz vor ein Uhr mittags.