Für Jürgen Croy ist das Sachsen-Duell zwischen dem FSV Zwickau und Dynamo Dresden ein Pflichttermin. «Ich werde mir diesen Ost-Klassiker selbstverständlich im Fernsehen anschauen», sagt die DDR-Torwartlegende im Gespräch der Deutschen Presse-Agentur. Und der 74-Jährige macht keinen Hehl daraus, wem er am Samstag (14.00 Uhr/MDR, MagentaSport) mehr den Sieg gönnt: «Dynamo verdient es, mit seinem fußballverrückten Umfeld und seiner tollen Fanszene schnellstmöglich in die zweite Bundesliga zurückzukehren. Aber für das direkte Duell hoffe ich, dass der FSV nach dem Hinspiel auch das Rückspiel gewinnt. Ich tippe auf ein 2:1.»
Für Croy hat Zwickau schon als Aktiver stets die Hauptrolle gespielt. Für die BSG Motor und Sachsenring Zwickau bestritt er alle 372 Pflichtspiele. «Ich habe immer die Auffassung vertreten, an dem Ort seinen Beruf auszuüben, wo die Familie zu Hause ist und wo man sich wohl fühlt», erklärt Croy. Den Versuchen der DDR-Verbandsspitze, den damaligen Weltklasse-Schlussmann zu Spitzenvereinen nach Leipzig oder Dresden zu locken, widerstand der 94-fache Nationalspieler: «Dabei war es für mich nie entscheidend, ein paar Mark mehr zu verdienen. Die Nähe zu den Anhängern war mir wichtiger. Die Verbundenheit mit den Zwickauer Fans hat mir viel gegeben.»