Nürnberg. Sekundenbruchteile, ein ohrenbetäubender Einschlag, dann Stille auf den Tribünen: Was sich am Samstagnachmittag beim ersten Rennen des DTM-Wochenendes auf dem Norisring abspielte, ließ selbst gestandene Motorsport-Profis den Atem anhalten. Der führende Dresdner Maximilian Paul raste in der berüchtigten Grundig-Kehre nahezu ungebremst in den BMW von Kelvin van der Linde - ein Bild, das an das dramatische Duell von Gary Paffett und Mike Rockenfeller an gleicher Stelle im Jahr 2017 erinnerte. Das Rennen wurde sofort mit roter Flagge abgebrochen, beide Piloten kamen ins Krankenhaus.
So geht es den Dresdner Rennfahrer nach dem Norisring-Unfall
Für Maximilian Paul endete das Wochenende auf der Krankenliege. Der Lamborghini-Werksfahrer wurde direkt nach der Bergung mit dem Verdacht auf einen Unterschenkelbruch in die Klinik gebracht, wie ein ADAC-Sprecher im Media Center bestätigte und auch Speedweek.com meldet. Generell sei der Dresdner ansprechbar und wohlauf gewesen - er blieb jedoch zunächst über Nacht zur genaueren Untersuchung im Krankenhaus.
Auch van der Linde kam vorsorglich in die Klinik; der Südafrikaner klagte über Schmerzen im Arm, nachdem er genau an der Fahrerseite getroffen worden war. Wie das Motorsport-Magazin berichtet, sprachen mehrere Fahrer von großem Glück im Unglück - ein Treffer in die Fahrertür zählt zum Gefährlichsten, was im Rennsport passieren kann.
Das Rennen wurde nach langer Unterbrechung fortgesetzt und brachte am Ende dennoch einen Premierensieg: Nicki Thiim feierte auf dem Norisring seinen ersten DTM-Erfolg im Aston Martin. Überschattet aber bleibt der Tag vom Horror-Crash des Dresdners.