Die freundlichen Worte seines Kollegen Marco Rose nahm Urs Fischer mit einem Lächeln zur Kenntnis. «Saugeil» fand der Trainer von RB Leipzig, dass Fischer mit Union Berlin in schon knapp zwei Wochen gegen Real Madrid spielen darf. «Das ist etwas Besonderes, was ihr euch mehr als verdient habt, da darf man sich drauf freuen», sagte Rose. Und fügte einen Halbsatz an, der für Fischer von großer Relevanz war. «Auch wenn es heute in den Hintergrund rückt.»
Der Union-Coach wird in den kommenden Tagen geradezu höllisch aufpassen, dass nicht zu viel die Rede ist von Real und von der Champions League. Das 0:3 gegen RB Leipzig, das die Serie von 24 Spielen ohne Heimniederlage in der Bundesliga beendete, war eine erste kleine Delle in der zuletzt so makellosen Fußball-Welt der Eisernen. Zu viel Lobhudelei von außen und Romantisierung der Reise zu den Königlichen in der Königsklasse am 20. September könnten Union vom Weg abbringen. Das weiß Fischer.
Umso beruhigender schien seine Diagnose, dass die Niederlage gegen Leipzig für ihn nichts mit den jüngsten internationalen Top-News zu tun hatte. «Als Fußballer muss man mit der Situation umgehen. So wie die Mannschaft heute aufgetreten ist, hatte ich nicht das Gefühl, dass sie Real Madrid im Kopf hatte, dass sie abgehoben wirkt und nicht konzentriert», sagte der Schweizer. Vielmehr habe RB halt mit der «etwas feineren Klinge» gespielt als sein Team. Der Rückstand durch den Zauberschuss von Leipzigs Xavi Simons und die Rote Karte für Kevin Volland waren die entscheidenden Details. Der späte Doppelpack von Benjamin Sesko war letztlich nur ein zusätzliches Ärgernis.