Die Chemnitzer Turn-Trainerin Gabriele Frehse hat sich rund vier Wochen nach Veröffentlichung des Gutachtens zu Missbrauchsvorwürfen mit einem Offenen Brief an Brigitte Zypries, Ethik-Beauftrage des Deutschen Turner-Bundes (DTB), gewandt. Dabei bittet die seit zwei Monaten suspendierte Trainerin der Olympia-Dritten Sophie Scheder um Unterstützung bei Zypries, um Einsichtnahme in den Untersuchungsbericht zu erhalten.
Nach einer Untersuchung durch eine Frankfurter Kanzlei hatte der DTB «schwerwiegende Pflichtverletzungen» von Frehse festgestellt. Ex-Weltmeisterin Pauline Schäfer und weitere Turnerinnen hatten Frehse vorgeworfen, sie im Training schikaniert, Medikamente ohne ärztliche Verordnung verabreicht und keinen Widerspruch zugelassen zu haben. Frehse hat die Vorwürfe mehrfach bestritten.
«Leider kann ich aber bis heute nicht Stellung zu den konkreten Vorwürfen des Untersuchungsberichts des DTB nehmen, da mir der Verband die Einsichtnahme in den Bericht seit Wochen verwehrt. Was genau ermittelt wurde, ist mir bis heute nicht bekannt», erklärte Frehse in ihrem Statement, das unter anderem das Online-Portal «gymmedia.de» veröffentlichte. Zunächst hatte die «Freie Presse» darüber berichtet.