Logo Die Sachsen News
Nachrichten / Sport

Was Sie über den Deutschen Schachgipfel in Dresden wissen müssen

Was Sie über den Deutschen Schachgipfel in Dresden wissen müssen
Das Königliche Spiel wird zehn Tage lang in all seinen Facetten im Dresdner Congress Center präsentiert.
Von: Alexander Hiller
Das bedeutendste nationale Schachereignis des Jahres gastiert für zehn Tage im Congress Center. 13 Turnier und ein buntes Rahmenprogramm sollen nicht nur Fans des Denksports ansprechen. Was das Event kostet uund welche Stars fehlen.

Morgen startet der Deutsche Schachgipfel, den der gastgebende Deutsche Schachbund (DSB) selbst als das größte nationale Schachereignis des Jahres bezeichnet. Dass dieses Riesenevent, dass bis zum 26. Juli läuft, in Dresden stattfindet, ist freilich kein Zufall. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Deutschen Schachgipfel im Internationalen Congress Center (ICC). 

Was genau ist der Deutsche Schachgipfel? 

Simpel ausgedrückt, breitet der nationale Schachsport seine ganze Palette an Turniermöglichkeiten in Dresden aus und stellt das Spektrum zwischen Leistungs- und Breitensport vor einem breiten Publikum dar. Insgesamt werden 13 Turniere ausgetragen – so viele wie selten zuvor an einem Ort. 

Im Mittelpunkt stehen die Deutschen Meisterschaften in der offenen Klasse und bei den Frauen mit der nationalen Elite. Allerdings fehlen dort die ganz großen Namen - wie etwa der des Weltranglisten-Sechsten Vincent Keymer oder Matthias Bluebaum bei den Männer oder Elisabeth Pähtz bei den Frauen. Pähtz, die am Sportgymnasium Dresden ihr Abi gemacht hat und als erste deutsche Frau den Großmeistertitel erlangte, wird allerdings einige Turniere kommentieren. "Es gibt ein paar Terminüberschneidungen mit dem absoluten Spitzenbereich", erklärt DSB-Präsident Paul Meyer-Dunker. 

Mehr aus dieser Kategorie

Weitere Höhepunkte sind die nationalen Titelkämpfe der Senioren, das Finale der deutschen Amateurmeisterschaft oder die Freestyle-Variante Schach960. Insgesamt schüttet der DSB 80.000 Euro an Preisgelder aus. Das komplette Programm inklusive Zeitplan finden Sie hier. 

Warum steigt der Schachgipfel in Dresden? 

Dresden hat sich gleich mit dem Hintergrund von zwei großen Jubiläen für die Austragung beworben. Einerseits feiert der Dresdner Schachverein seine 150-jähriges Bestehen - Gründungsdatum war der 13. Mai 1876.. Andererseits jährt sich der Schachkongress von 1926 jährt sich zum hundertsten Mal. Der Schachkongress war gewissermaßen das internationale WM-Kandidatenturnier, bei dem sich damals die besten Spieler der Welt das Recht erspielen wollten, den damaligen Weltmeister Raul Capablanca aus Kuba herauszufordern. Der Russe Alexander Aljechin, in Dresden nur Zweiter, krönte sich ein Jahr später zum Weltmeister. 

Zudem hat sich Dresden mit der Ausrichtung der Schacholympiade 2008 weltweit einen Namen gemacht. Das größte Schachereignis der Welt wurde auch damals schon im Congress Center ausgespielt. Seither fand keine Schacholympiade mehr in Deutschland statt. "Nach meiner Kenntnis war Dresden für 2026 der einzige Bewerber", sagt der im Mai neu gewählte DSB-Chef Paul Meyer-Dunker und lobt: "Dresden ist ein etablierter, bekannter und zuverlässiger Ausrichter von Großveranstaltungen. Wir haben hier einen starken Schachstandort, einen langjährigen Bundesligisten, einen starken Landesverband und einfach viel Tradition - und einen schönen Ort, an dem das Ganze stattfinden wird", betonte der 34-Jährige. 


Fördervereins-Chef Hans Bodach, die damalige DSB-Präsidentin Ingrid Lauterbach und Oberbürgermeister Dirk Hilbert (v.l.) stellten im März das Programm zum Schachgipfel vor. Foto: Alexander Hiller

Die Grundidee für die Dresdner Bewerbung stieß der Förderverein Schach Wolfgang Uhlmann an, der den Schachnachlass der Dresdner Schachlegende verwaltet. Der gebürtige Dresdner Wolfgang Uhlmann war der beste DDR-Schachspieler und einer der wenigen von Weltklasseformat. 1960 bezwang er z.B. den legendären US-Amerikaner Bobby Fischer, der von 1972 bis 1975 den Weltmeistertitel innehatte. Uhlmann starb 2020 im Alter von 85 Jahren in seiner Heimatstadt.

"Wir wollten auf zwei große Jubiläen hinweisen und sie entsprechend feiern", sagte der Vereinsvorsitzende Hans Bodach. Vor 150 Jahren gründete sich der Dresdner Schachverein, den es heute zwar nicht mehr gibt, dessen legitimer Nachfolger aber mittlerweile der USV TU Dresden ist. 

Was kostet das Riesenevent? 

Der Deutsche Schachbund (DSB) beziffert den Etat für den Schachgipfel mit knapp 380.000 Euro. Die Landeshauptstadt Dresden fördert das Event mit 75.000 Euro. 

Gibt es einen Mehrwert für die Stadt Dresden? 

Die Investition und der Zuschuss der Stadt dürfte sich lohnen, denn allein durch die Anzahl der Übernachtungen dürfte sich die Förderung mehrfach wieder einspielen lassen. Die sogenannte Wertschöpfung, die u.a. bemisst, wie viel Geld Touristen letztlich in der Stadt ausgeben, dürfte bei weit über einer Million Euro liegen.

Was bietet das Rahmenprogramm? 

Auch außerhalb der neun deutschen Meisterschaften präsentiert sich der Denksport in seiner gesamten Bandbreite. Dabei glänzt vor allem das Schachfest am 18. Juli von 10 bis 18 Uhr auf dem Vorplatz des ICC. Dabei werden u.a. Showkämpfe im Schachboxen gezeigt, die das Spiel am Brett mit dem Faustduell im Seilgeviert verbindet. Ziel ist es dabei, den Gegner entweder durch Schachmatt oder einen K.o. im Ring zu besiegen. In Dresden soll freilich der Showcharakter im Vordergrund stehen. 

Es gibt zudem viele bunte Mitmachangebote für Groß und Klein - und die fünffache Tischkicker-Weltmeisterin Linh Tran aus Lindenfels stellt sich von 10 bis 12 Uhr jedem mutigen Herausforderer beim Tischfußball. 

Muss man Eintritt für die Turniere bezahlen?

Nein, alles Turniere sind kostenfrei besuchbar. Wer nicht persönlich im Congress Center dabei sein kann, kann die Turniere und Partien auf SchachdeutschlandTV verfolgen. 

Alexander Hiller
Artikel von

Alexander Hiller

Alexander Hiller ist für die Inhalte selbst verantwortlich. Es gilt der Kodex der Plattform. Die Plattform prüft und behandelt Inhalte gemäß den gesetzlichen Vorgaben, insbesondere nach dem NetzDG.

Social Media

METIS