Als seine Spielerinnen noch kurz zögerten, ob der Matchball zum Volleyball-Double wirklich für sie gegeben wird, rannte Suhls Trainer Laszlo Hollosy schon in ihre Arme zur Jubeltraube. Nach den ersten Umarmungen schlug der Ungar etwas ungläubig die Arme über dem Kopf zusammen. «Das ist mehr als ein Traum», sagte der Trainer des Überraschungsteams dem Mitteldeutschen Rundfunk nach dem entscheidenden 3:0 gegen den Dresdner SC zur Meisterschaft in der heimischen Sporthalle Wolfsgrube.
2020 kam Hollosy nach Thüringen, um in der Vision von Präsident Alexander Mantlik das «Wolfsrudel» zu einem Playoff-Team zu formen. Jetzt haben die Suhlerinnen nach dem Pokal die erste Meisterschaft der Club-Geschichte geholt. «Ein kleines Team wie der VfB Suhl – wenn man unser Budget mit dem von Dresden, Stuttgart oder Schwerin vergleicht – und wir gewinnen den Pokal und die Meisterschaft. Das ist unglaublich», sagte Hollosy.
Für sein Team um Kapitänin Roosa Laakonen und Liga-Topscorerin Monika Brancuska gab es goldenen Konfettiregen und vom Coach eine Sektdusche. Mit der Meisterschale machten sich die Suhlerinnen dann schnell auf den Weg zu ihren treuen Fans. Die 1.800 Anhänger hatten die kleine Halle mal wieder in einen «Alptraum» für die Gegnerinnen verwandelt, wie Hollosy es nennt. «Diese Energie in dieser Halle ist der Wahnsinn», sagte auch Dresdens Coach Alexander Waibl vor der Partie der «Thüringer Allgemeinen».