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Spannung in Dresden: Kann Angst Selbstbewusstsein besiegen?

Spannung in Dresden: Kann Angst Selbstbewusstsein besiegen?
Beim Spiel Dynamo Dresden gegen 1. FC Magdeburg könnte wieder die Luft brennen. (Archivbild) / Foto: Andreas Gora/dpa
Dynamo gegen Magdeburg ist ein besonderes Zweitliga-Duell. Die Vorzeichen sehen für die Gäste gut aus. Aber Derbys sollen eigene Gesetze haben.

Dynamo Dresden gegen 1. FC Magdeburg. Krise gegen Höhenflug. Angst gegen Selbstbewusstsein. Das Duell der beiden alten Rivalen elektrisiert den Fußball-Osten. Denn obwohl die Stadien der beiden Clubs rund 230 Autokilometer voneinander entfernt liegen, wird von einem Derby gesprochen. Und da das Aufeinandertreffen am Sonntag (13.30 Uhr/Sky) bereits das 80. in der Geschichte ist, spricht man auch vom Elb-Classico.

Nun ja, an Begegnungen wie Real Madrid gegen FC Barcelona oder Borussia Dortmund gegen Schalke 04 reicht dieses Duell nicht heran. Eine Brisanz gibt es allerdings immer. Denn bereits zu DDR-Zeiten hatte es diese Paarung in sich. Allein schon wegen der goldenen Siebziger, in der man sich beim Gewinn der DDR-Meisterschaft faktisch abwechselte und auch im Pokal zumeist den Sieger stellte.

Sicherheitskräfte in Alarmbereitschaft

Eine Fan-Feindschaft im herkömmlichen Sinne gab es damals nicht, die entwickelte sich erst nach der Wende. Und sorgt immer wieder für massive Polizeieinsätze. Noch in unguter Erinnerung ist die Partie der vergangenen Saison in Magdeburg, als sich Einheimische mit der Polizei hinter den Tribünen duellierten, was bis heute die Gerichte beschäftigt.

So etwas soll am Sonntag unter allen Umständen vermieden werden. Die Sicherheitsbehörden sind alarmiert. Denn der Fokus sollte auf dem Sportlichen liegen, was ohnehin für Spannung und Brisanz sorgt. Denn der Drittletzte der Zweitbundesliga-Tabelle trifft auf den Vierten.

Dresden kämpft gegen die eigene Angst

Dynamo hatte man vor der Saison genau dort erwartet, wo der FCM jetzt steht. Doch bisher nur ein Sieg hat die Dresdner in die missliche Tabellensituation gehievt. Was mittlerweile viele als Ursache ausgemacht haben: Den Sachsen fehlt der Mut, eine eigene Führung über die Zeit zu bringen. Mut, um nach vorn zu spielen anstatt sich mit Mann und Maus, meist sogar die komplette zweite Halbzeit, hinten reinzustellen. Das Team von Trainer Thomas Stamm bettelt förmlich um Gegentore. Zehn Punkte hat Dynamo bereits nach eigener Führung noch aus der Hand gegeben. Folglich: Es mangelt an Selbstbewusstsein.

Davon haben die Magdeburger gerade en masse. Nach der 1:6-Auftaktpleite gegen Braunschweig wurde nicht mehr verloren. Trainer Petrik Sander hat seinem Team eine neue Ausrichtung gegeben, die Wirkung zeigt. Spielte der FCM auch über weite Strecken der vergangenen Saison noch den aggressiven, von offensivem Risiko getragenen Fußball der Marke Christian Titz, suchen die Magdeburger inzwischen deutlich seltener den Weg mit dem Kopf durch die Wand. Sie erarbeiten sich Chancen mit Geduld und spielen den Ball auch mal hintenherum. 

Magdeburg zunehmend unberechenbar

Hinzu kommt, dass die Magdeburger Mittelfeldaufteilung mit wahlweise einem Sechser und zwei Achtern oder umgekehrt immer besser funktioniert und so die ohnehin schon exzellent bestückte Offensive noch gefährlicher wird. 

In diesem einen Spiel mit Derbycharakter ist das aber alles Schnee von gestern. Darauf hoffen zumindest die Dresdner, für die nach dem verkorksten Start die Partie das «Spiel des Jahres» wird. Und wer will das schon verlieren?

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