Das Thema war für Marco Rose auch am Freitag noch lange nicht abgehakt. Der Trainer von RB Leipzig zeigte sich aufgrund der rassistischen und antisemitischen Anfeindungen gegen Benjamin Henrichs geschockt und mitgenommen. Der sportliche Fokus liegt natürlich auf dem Bundesliga-Spiel bei Hertha BSC am Samstagabend (18.30 Uhr/Sky). Doch was Henrichs nach dem Sieg im Pokal-Viertelfinale gegen Dortmund am Mittwochabend über sich ergehen lassen musste, beschäftigt den Club noch immer.
Rose wünscht sich deshalb ein härteres Eingreifen des Staats gegen Hetze im Internet. «Ich habe den Eindruck, dass man drakonischere Strafen verhängen sollte, dass sich der Staat Gedanken machen sollte. In dem man solche Kameraden einfach mal für ein paar Tage aus dem Verkehr zieht», sagte Rose am Freitag, «und ein paar Tage wegsperrt, dann würde man dort möglicherweise den einen oder anderen zum Nachdenken anregen, sich wie ein normaler, sozialer Mensch zu verhalten.»
Henrichs hatte zuvor öffentlich Einblick in seine persönlichen Nachrichten in den sozialen Netzwerken gegeben. Dort waren der 26-Jährige und seine Familie massivst rassistisch und antisemitisch angefeindet worden. «Wir leben in einer Gesellschaft, wo jeder im Netz Hass und Rassismus verbreiten kann», schrieb Henrichs. Der Defensivspieler bekommt nach dpa-Informationen öfter Hassnachrichten, in dieser Geballtheit wie nach dem Dortmund-Spiel allerdings noch nie. Henrichs, der nun rechtliche Schritte in Erwägung zieht, möchte sich öffentlich dazu nicht weiter äußern.