Schon vor seinem ersten Arbeitstag bei Red Bull hat Jürgen Klopp die Ablehnung des Leipziger Fußball-Projekts aus der Ferne voll zu spüren bekommen. Als die Fans von Holstein Kiel vor dem Bundesliga-Spiel gegen RB Leipzig ein geschmackloses Banner entrollten, war auch das Konterfei des einstmals unumstrittenen Fußballlehrer-Lieblings im Fadenkreuz zu sehen, der am 1. Januar seinen Job als Head of Global Soccer von Red Bull antritt.
«Personen ins Fadenkreuz zu stellen, ist nicht zu akzeptieren. Die Meinung des Vereins dazu ist klar und deutlich. Wir verurteilen daher diesen Inhalt der Choreografie auf das Schärfste», erklärte Holstein-Präsident Steffen Schneekloth in einem Club-Statement.
«Die Art und Weise wie hier mit Menschen umgegangen wird, akzeptieren wir nicht und entschuldigen uns mit aller Deutlichkeit bei den diffamierten Personen. Die KSV wird den Vorfall zeitnah intern untersuchen, analysieren und behält sich entsprechende Maßnahmen vor», sagte Schneekloth. Die Aktion sei «in dieser Form nicht angemeldet und somit auch nicht genehmigt» gewesen.
Schiedsrichter schweigt
Schiedsrichter Florian Badstübner ahndete die Aktionen nicht. Äußern wollte sich der Unparteiische nach der Partie nicht. Vor dreieinhalb Jahren war die Bundesliga-Partie zwischen 1899 Hoffenheim und Bayern München zweimal unterbrochen worden, weil Bayern-Fans Hopp mit zwei Spruchbändern schwer beleidigt hatten.