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Karl Geiger dominiert das deutsche Skisprung-Heimspiel in Klingenthal

Karl Geiger aus Deutschland springt von der Schanze. / Foto: Hendrik Schmidt/dpa
Karl Geiger aus Deutschland springt von der Schanze. / Foto: Hendrik Schmidt/dpa

Karl Geiger setzt sich im zweiten Weltcup-Skispringen in Klingenthal vor Gregor Deschwanden und Andreas Wellinger durch. Geiger springt 141 und 141,5 Meter weit und gewinnt damit auch das deutsche Heimspiel in Sachsen.

Karl Geiger fiel seinen Teamkollegen in die Arme und feierte lachend sein perfektes Wochenende. Der 30-Jährige hat das deutsche Skisprung-Heimspiel in Klingenthal dominiert. Mit zwei Siegen katapultierte er sich in den Kreis der absoluten Topfavoriten für die Vierschanzentournee. «Ja!», brüllte er im Schanzenauslauf.

«Er ist mental sehr stark. Was er hier heute und gestern abgeliefert hat, war schon sehr, sehr gut», sagte Bundestrainer Stefan Horngacher, der trotzdem in der ARD feststellte: «Es gibt schon noch ein paar Reserven.»

Geiger setzte sich am Sonntag vor dem zweitplatzierten Schweizer Gregor Deschwanden und Andreas Wellinger auf Rang drei durch. In einem packenden Wettkampf sprang Geiger 141 und 141,5 Meter weit.

Tags zuvor hatte er den deutschen Springern den ersten Sieg in dieser Saison beschert und es erstmals in diesem Winter auf das Siegerpodest geschafft. «Dass ich gewinne, hätte ich nie gedacht», sagte er danach. Dass es noch ein zweites Mal klappen sollte, war umso beeindruckender. Geiger zeigte zudem als erster Springer in diesem Winter: Der österreichische Seriensieger Stefan Kraft ist schlagbar. Der 30-Jährige hatte die ersten vier Weltcupspringen alle gewonnen. Nun belegte Kraft die Plätze zwei und neun.

Bundestrainer Horngacher hob aber nicht nur Geiger hervor. Mit Blick auf die gesamte Mannschaft sagte der Coach am Samstag: «Super Team, super Stimmung, super Erfolg!»

Diese Aussage lässt sich in gewisser Weise auf die ganze bisherige Saison übertragen. Mit starken Einzelresultaten und einer beeindruckenden mannschaftlichen Geschlossenheit haben sich die DSV-Adler gut zweieinhalb Wochen vor der Tournee in Position gebracht im Kampf um den goldenen Adler. 22 Jahre nach dem Triumph von Sven Hannawald soll es dieses Jahr endlich klappen mit dem ersehnten Tourneesieg. Gleich zwei Deutsche scheinen derzeit für einen Tourneeplatz ganz vorne infrage zu kommen und dürften mit reichlich Selbstvertrauen ausgestattet sein.

Neben Geiger hatte auch Wellinger am Sonntag Grund zur Freude. Der 28-Jährige sprang nicht nur auf Rang drei. Sein Satz auf 146,5 Meter im zweiten Durchgang, mit dem er wie Deschwanden den Schanzenrekord in der Vogtland Arena einstellte, sorgte zusätzlich für Glücksgefühle.

«Der Sprung war richtig fantastisch», sagte Horngacher begeistert. «Das macht Hoffnung auf mehr.» In bisher sechs Saisonwettkämpfen schaffte es Wellinger schon viermal aufs Podest. Aus dem deutschen Team erreichten neben Geiger und Wellinger auch Pius Paschke und Stephan Leyhe schon Top-Drei-Plätze. Am Sonntag wurde Paschke Achter, Leyhe belegte Platz zehn.

Zahlreiche internationale Spitzenspringer haben derzeit dagegen Probleme: Vorjahres-Tourneesieger Halvor Egner Granerud aus Norwegen, der Pole Dawid Kubacki oder der slowenische Weltmeister Timi Zajc springen ihren eigenen Ansprüchen bislang weit hinterher.

In einem Jahr ohne Olympische Winterspiele und WM ist die Tournee unumstritten der große Saisonhöhepunkt. Dass Markus Eisenbichler - viele Jahre ein deutscher Hauptprotagonist des Schanzenspektakels - auch diesmal dabei ist, wird immer unwahrscheinlicher. Der 32-Jährige sucht im zweitklassigen Contintental Cup nach seiner Form. An diesem Wochenende belegte er dort nur die Plätze 14 und 23.

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