Von den 14 Vereinen, die im Sommer 1990 in die letzte Saison der DDR-Oberliga gestartet waren, ist kein einziger mehr erstklassig. Nur der damalige Zweitligist 1. FC Union Berlin ist als Ost-Vertreter auch in der kommenden Saison in der Fußball-Bundesliga dabei. Dazu vertritt der später gegründete Leipziger Club RB in der höchsten deutschen Spielklasse den Nordostdeutschen Fußball-Verband, der vor 30 Jahren den Deutschen Fußball-Verband der DDR (DFV) abgelöst hatte. Der 1. FC Erzgebirge Aue, in der Wende-Saison 1990/91 als Wismut Aue einer von 36 DDR-Zweitligisten, ist als einziger Ost-Verein in der 2. Bundesliga übrig geblieben.
Die Vereinigungs-Formel hieß 1990/91 nach langen Verhandlungen 2+6. Meister (Hansa Rostock) und Vizemeister (Dynamo Dresden) durften direkt in die aufgestockte Bundesliga. Der Dritte bis Sechste des 14er-Feldes war in der 2. Bundesliga. Der Siebte bis Zwölfte musste sich mit den beiden Staffelsiegern der 2. DDR-Liga um die zwei restlichen Zweitliga-Plätze im vereinten Fußball-Deutschland streiten. «Angesichts der damaligen Situation stehe ich heute noch dazu», betonte Hans-Georg Moldenhauer, der als letzter Präsident des DDR-Verbandes die Fußball-Wende maßgeblich mitgestaltet hatte.