Max Eberl zwängte sich an der Absperrung vorbei und ging mit flotten Schritten ins Herz seiner verflossenen Liebe. Nach dem klaren 3:0 besuchte RB Leipzigs Sportchef die Kabine seines Ex-Clubs Borussia Mönchengladbach, kam nach wenigen Minuten grinsend zurück. Reden wollte er nicht, er zog offenbar den stillen Genuss vor.
Dafür hatte Eberl schon vor dem Anpfiff des brisanten Wiedersehens am Samstag unnötig Öl ins Feuer gegossen. Im TV-Interview mit Sky ging er auf die Anfeindungen der vergangenen Wochen ein. Er habe nie einen Hehl daraus gemacht, dass er krank gewesen sei. «Wenn diese Thematik negiert wird und das einfach als Wechsel von Gladbach nach Leipzig zusammengefasst wird, dann ist das einfach verkehrt. Und das von Menschen, die andere Menschen ins Fadenkreuz nehmen, die mit Eisenstangen durch die Städte laufen und Feuer zünden - ich glaube, da braucht es nicht mehr Kommentar dazu», sagte der 49-Jährige.
Die gut 4500 Gladbacher Fans ließen sich die Gelegenheit nicht nehmen und zeigten in loser Folge Banner mit Schmähungen gegen ihre einstige Symbolfigur. «"Ich will einfach nur Max Eberl sein". Leere Worte nur zum Schein, für uns nur ein Bullenschwein. Wunderheilung durch Red Bull - wenn Lügen zum Geschäftsmodell wird», war auf aufeinanderfolgenden Bannern Mitte der ersten Halbzeit zu lesen. Dazu wurde ein Oscar mit der Aufschrift «Bester Schauspieler 2022» gezeigt.