Die sächsische Wohnungswirtschaft hat vor einem massiven Einbruch bei Investitionen gewarnt und mehr Verlässlichkeit von der Politik verlangt. Während sich die Unternehmen 2021 als «Stabilitätsanker» erwiesen hätten, könnten «explodierende Energiekosten, immens steigende Baupreise und ein nie dagewesenes Förderchaos» dem aber schon in diesem Jahr ein jähes Ende setzen, teilte die Branche am Montag in Dresden mit. «Wenn sich bei den Rahmenbedingungen nichts ändert, droht ein Investitionskollaps.»
Nach der am Montag vorgestellten Jahresstatistik des Verbandes der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft ist der Anstieg der Wohnkosten trotz Corona-Pandemie und schon absehbarer Erhöhung der Energiekosten überschaubar geblieben. Die Nettokaltmiete bei Mitgliedsunternehmen des Verbands sei 2021 im Schnitt um 9 Cent höher gewesen als im Jahr zuvor und damit auf 5,36 Euro pro Quadratmeter moderat gestiegen.
«Trotz der enorm gestiegenen Kosten im Baubereich, die den Unternehmen besonders bei Instandhaltungen und Sanierungen zu schaffen machen, sind die Mieten damit weiterhin sehr stabil geblieben», erklärte Verbandsdirektor Rainer Seifert. Das zeige, wie ernst vor allem die kommunalen Wohnungsunternehmen ihre soziale Verantwortung nehmen würden: «Die Spielräume, das Wohnen in Sachsen bezahlbar zu halten, werden aber immer enger.»