Das Antidiskriminierungsbüro (ADB) Sachsen hat im vergangenen Jahr mehr Menschen beraten. 2024 bearbeitete die Beratungsstelle 581 Diskriminierungsfälle, wie das ADB mitteilte. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl demnach um elf Prozent. Auch bei den laufenden Fällen, die über mehrere Monate begleitet werden, gab es im Vergleich zu 2023 einen Anstieg von 105 auf 121 Fälle.
«Menschen, die von Diskriminierung betroffen sind, geraten zunehmend in den Fokus populistischer Meinungsmache und Hetze – in Sachsen noch einmal verstärkt seit den Landtagswahlen letztes Jahr», sagte Jan Diebold, Fachleitung der Antidiskriminierungsberatung im ADB, laut Mitteilung. «Das zunehmend verrohende Klima trägt seinen Teil dazu bei, dass uns immer drastischere Fälle erreichen, bei denen wir kaum schnelle Lösungen vermitteln können, sodass wir sie dann langwierig begleiten.»
Diebold warnte außerdem vor zunehmendem Druck, unter dem Organisationen mit Unterstützungsangeboten stehen. Die Insolvenz des Dachverbandes Sächsischer Migrantenorganisationen sei «ein besonders drastisches Beispiel mit kaum messbaren, negativen Folgen für die Mitgliedsorganisationen und Betroffene».