Mehrere Opfer von sexuellem Missbrauch verlangen Offenheit von der evangelischen Landeskirche und die Einbeziehung ihrer Erfahrungen in die Aufarbeitung. Sie wurden teils über Jahre von einem Jugendwart und Diakon missbraucht. Sie fordern «ein Schuldbekenntnis der Institution evangelische Landeskirche und ein Statement der damaligen Diakone und Pfarrer in den Kirchgemeinden sowie der Vorgesetzten, sagte einer der 16 Männer am Montag nach dem zweiten Treffen der Gruppe in Meißen. Die Gruppe sieht ein strukturelles Versagen im Fall Kurt Ströer (1921-2013), der zu DDR-Zeiten Jugendwart einer Gemeinde im heutigen Chemnitz und später Diakon in Moritzburg bei Dresden war.
Die Opfer kritisieren, dass ihre Erlebnisse und Erfahrungen mit dem Mann und der Umgang der Kirche damit bisher keine Rolle in der Aufarbeitung spielten. Ihre Bemühungen, gehört und auch in die Prävention einbezogen zu werden, seien bisher vergeblich gewesen. «Ohne den Blick zurück gibt es keinen Blick nach vorn», sagte einer der Männer. Aber Prävention sei nur möglich, «wenn rauskommt, was in der Vergangenheit geschehen ist». Das Thema sei auch in der Kirchenleitung und in den betroffenen Gemeinden schambehaftet, das könne nur durch Gespräch überwunden werden.