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Früherer Landesbischof Jochen Bohl mit 76 Jahren gestorben

Früherer Landesbischof Jochen Bohl mit 76 Jahren gestorben
Der frühere evangelische Landesbischof von Sachsen, Jochen Bohl, ist im Alter von 76 Jahren gestorben (Archvibild). / Foto: picture alliance / dpa
Von: DieSachsen News
Jochen Bohl prägte als Landesbischof die evangelische Kirche in Sachsen. Nach seinem Tod würdigen Weggefährten sein Wirken und seinen Einsatz für Wandel und Vielfalt.

Der frühere sächsische Landesbischof Jochen Bohl ist tot. Er starb am Mittwoch nach schwerer Krankheit im Alter von 76 Jahren, teilte die Evangelisch-Lutherische Landeskirche mit. Bohl war von 2004 bis 2015 sächsischer Landesbischof. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) nannte ihn einen prägenden Geistlichen und einen großen Brückenbauer.

Von 2010 bis 2015 übte Bohl das Amt als stellvertretender Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) sowie von 2007 bis 2009 als stellvertretender Leitender Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) aus. 

Meinungsstark und prägend

Höhepunkte seiner Amtszeit waren die Wiedereinweihung der Dresdner Frauenkirche am 30. Oktober 2005 und der 33. Deutsche Evangelische Kirchentag 2011 in Dresden.

Landesbischof Tobias Bilz würdigte Bohls Wirken: «Jochen Bohl war meinungsstark, und er hatte Prägekraft (...) Weitsichtig hat er auf Dinge hingewiesen, die für uns noch heute wichtig sind. Dazu gehört die Einsicht, dass auch die Kirche und die kirchliche Arbeit einem steten Wandel unterliegen.» 

Blick für die Vielfalt innerhalb der Kirche

«Jochen Bohl übte seinen Dienst mit geistlicher Kraft, theologischer Klarheit und einem Blick für die Vielfalt innerhalb der Kirche aus. Auch in bewegten Zeiten hat er einen klaren Kurs gehalten und die gesamtkirchliche Perspektive nie aus dem Blick verloren», erklärte der Leitende Bischof der VELKD, Landesbischof Ralf Meister (Hannover).

Regierungschef Kretschmer sagte, Bohl sei nicht nur Seelsorger, sondern auch ein politisch wacher Geist gewesen. «Während der Flüchtlingskrise 2015 bezog er unmissverständlich Stellung gegen Hass und Gewalt.»

Der Bischof von Dresden-Meißen, Heinrich Timmerevers, hob Bohls Haltung zur Ökumene hervor: «Die ökumenische Nähe in Sachsen war für ihn stets ein besonderer Wert. Dankbar erinnern wir uns an seine vertrauensvolle Verbundenheit und das geschwisterliche Miteinander im Dienst an den Menschen.»

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