Sachsen hat erneut menschliche Gebeine aus der Kolonialzeit zurückgegeben. In einer feierlichen Zeremonie im Grassi Museum für Völkerkunde in Leipzig wurden am Dienstag die sterblichen Überreste Indigener an eine Delegation der Māori aus Neuseeland und der Moriori von den Chatham Inseln übergeben. Die Knochen und Haarproben von 64 Personen befanden sich im Besitz der Staatlichen Ethnografischen Sammlungen (SES) Sachsens. Sie stammten aus Grabplünderungen sowie von Opfern gewaltsamer Auseinandersetzungen.
An der Rückführungszeremonie nahmen nach Museumsangaben der Botschafter des Inselstaates, Craig John Hawke, die Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Katja Keul, und SES-Direktorin Léontine Meijer-van Mensch teil.
«Die heutige Rückgabe von Ahnen der Māori und Moriori ist ein wichtiger Schritt in der Auseinandersetzung mit dem kolonialen Erbe der Sammlungen des Freistaats Sachsen», erklärte Sachsens Kunstministerin Barbara Klepsch (CDU). Dass Nachfahren der Verstorbenen im Grassi Museum begrüßt werden konnten, erlaube es, «einen Prozess der Versöhnung und Heilung mitzugestalten», so Direktorin Meijer-van Mensch.