Nahezu täglich hat es in Sachsen im vergangenen Jahr einen antisemitischen Vorfall gegeben. Der Anstieg nach dem Angriff der islamistischen Terrororganisation Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 habe sich damit auf hohem Niveau verfestigt, teilten der Landesverband der Meldestelle Antisemitismus (Rias) und die Opferberatungsstelle OFEK Sachsen bei der Vorstellung ihres Jahresberichtes mit.
Insgesamt wurden demnach im vergangenen Jahr 349 antisemitische Vorfälle dokumentiert – im Schnitt 29 pro Monat. Im Vergleich zu 2023 stieg die Anzahl um 82 Prozent. Darunter waren 40 Gewalttaten, also körperliche Angriffe (16 Fälle), Bedrohungen (8 Fälle) und gezielte Sachbeschädigung, etwa der Diebstahl von Stolpersteinen (16 Fälle). Das sei eine sehr hohe Zahl für Sachsen, zumal die Dunkelfelder noch nicht ausgeleuchtet seien, sagte Marina Chernivsky, Vorstand und Geschäftsführung OFEK.