Sachsen will im derzeitigen Corona-Hotspot Erzgebirge beim Impfen mehr Tempo machen und damit die Infektionszahlen senken. Dafür sollen von Mittwoch an die Öffnungszeiten des Impfzentrums in Annaberg-Buchholz bis Mitternacht ausgedehnt werden, kündigte Gesundheitsministerin Petra Köpping am Dienstagnachmittag an. Dem Impfzentrum sollen für Abendtermine zusätzliche Impfdosen zur Verfügung gestellt werden - unter anderem sind dafür 2800 Dosen des Präparates Moderna vorgesehen.
Zudem sollen drei zusätzliche Impfteams mit dem Präparat von Johnson & Johnson in die Gemeinden gehen. In Absprache mit den Kommunen, der Bundeswehr und dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) soll es ab Mittwoch in Orten wie Zschopau, Marienberg oder Stollberg Impfangebote für die Bürger vor Ort geben. Diese werden nicht über das Buchungsportal vergeben, erklärte DRK-Landeschef Rüdiger Unger. Das Angebot richte sich vor allem an Menschen über 60 Jahre.
Das Erzgebirge gilt mit einer Wocheninzidenz von derzeit 279,7 als Hotspot in Sachsen - bundesweit belegt die Region den dritten Negativ-Rang. Köpping appellierte an die Hausärzte, sich an der Impfkampagne zu beteiligen. Derzeit impfen laut Ministerin 162 Ärzte im Erzgebirge, rund 2500 Ärzte sind es sachsenweit. «Da ist noch Luft nach oben.» Rund 4000 Ärzte wären im Freistaat in der Lage, gegen das Coronavirus zu impfen. Zusammen mit dem Ausbau der Impfkampagne und verstärkten Tests zeigte sie sich optimistisch, die Infektionszahlen bald senken zu können.