Die Linke sieht erheblichen Bedarf für eine Verfassungsänderung in Sachsen und geht mit ihren Vorschlägen dazu weit über die Vorstellungen der Koalition hinaus. Man müsse Antworten auf die Herausforderungen der Zeit geben, sagte Fraktionschef Rico Gebhardt am Freitag in Dresden und unterzog die von CDU, Grünen und SPD geplanten Änderungen einer Kritik. «Mit ihrem Entwurf verpasst die Koalition die Chance, die Verfassung zu modernisieren. Die Umsetzung unserer Vorschläge würde Sachsen gerechter, demokratischer und friedlicher machen.»
Nach den Vorschlägen der Linken soll die Schuldenbremse aus der Verfassung verschwinden und stattdessen per Gesetz geregelt werden, unter welchen Bedingungen der Staat Kredite aufnehmen darf. «Die großen Aufgaben unserer Zeit, vor allem die Verbesserung des Bildungswesens und die Sicherung der Lebensgrundlagen unserer Kinder und Enkelkinder, erfordern kreditfinanzierte Investitionen», hieß es. Ein neuer Verfassungszusatz soll den Staat unter anderem zur Herstellung und Erhaltung einer gerechten Sozialordnung und zur Gewährleistung sozialer Sicherheit verpflichten.