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Landtag lehnt Handyverbot an Grundschulen ab

Landtag lehnt Handyverbot an Grundschulen ab
Der Sächsische Landtag hat ein Handyverbot an Grundschulen abgelehnt (Symbolbild). / Foto: Marijan Murat/dpa
Von: DieSachsen News
In einigen Bundesländern sind Handys in Grundschulen bereits untersagt. Auch die neue Bundesbildungsministerin findet das richtig. Sachsens Landtag will das aber nicht gesetzlich regeln.

Sachsens Landtag lehnt ein Handyverbot an Grundschulen per Gesetz ab. Ein entsprechender Antrag vom Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) erreichte im Parlament nicht die erforderliche Mehrheit. Für den Antrag stimmten neben dem BSW lediglich die AfD und der fraktionslose Abgeordnete Matthias Berger, der für die Freien Wähler in den Landtag einzog. Die CDU hatte schon im Vorfeld Ablehnung signalisiert. 

Kultusminister Conrad Clemens lädt zum «Handygipfel»

Allerdings hatte Kultusminister Conrad Clemens (CDU) überraschenderweise Gefallen an einem Verbot gefunden. Er stellte klar, dass - über die Schulordnung geregelt - in den meisten Grundschulen bereits ein solches Verbot existiert. In der Landtagssitzung lud er Abgeordnete, Lehrer und andere Experten für den 28. August zu einem «ergebnisoffenen Handygipfel» ein. 

Man sei sich grundsätzlich einig, dass Handys an Grundschulen wegen der Ablenkung der Kinder nichts zu suchen haben, hatte der Parlamentarische Geschäftsführer der CDU-Fraktion, Sören Voigt, zuvor gesagt. Die Schulen würden das in eigener Verantwortung unterschiedlich handhaben. Es stelle sich die Frage, ob man alles gesetzlich regeln und zwingend vorgeben müsse. Fakt sei, dass Kinder den Umgang mit Handys lernen müssten. 

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BSW will Gesamtkonzept zur Nutzung digitaler Medien

Vertreter des BSW verwiesen auf die Praxis in anderen Bundesländern. Die Kinder sollten sich in der Grundschule auf das konzentrieren, was sie wirklich lernen sollten: Lesen, Schreiben und Rechnen. Dem BSW ging es nur um ein Verbot privater Handys. Zudem forderte das Bündnis ein pädagogisches Gesamtkonzept zur sinnvollen Nutzung digitaler Medien in allen Schulen sowie ein Fortbildungskonzept für Lehrkräfte. 

«Smartphone, Tablet und Smartwatch sind in den vergangenen Jahren zunehmend zum ständigen Begleiter von Kindern und Jugendlichen geworden. Neben vielen damit einhergehenden Vorteilen sind Schülerinnen und Schüler dadurch aber auch Gefahren ausgesetzt», hieß es im Antrag. Dazu gehörten etwa die Verbreitung von extremistischer Propaganda oder Mobbing in sozialen Netzwerken. Experten würden in einer übermäßigen Handynutzung eine wesentliche Ursache für Konzentrationsdefizite sehen.

SPD: «Es braucht kein Verbot von oben»

Der SPD-Abgeordnete Gerald Eisenblätter sagte: «Wir vertrauen unseren Schulen, dass sie selbst die besten Regeln für den Schulalltag aufstellen. Es braucht kein Verbot von oben, sondern Vertrauen und gemeinsame verbindliche Regeln vor Ort. Und genau diesen Weg beschreiten die Schulen schon längst.» 

Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) hatte sich kürzlich für ein Verbot privater Handynutzung in Grundschulen ausgesprochen. Mehrere Bundesländer und auch europäische Staaten haben das bereits geregelt.

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