Das Kulturbüro Sachsen hat die islam- und ausländerfeindliche Pegida-Bewegung für die Polarisierung im Land verantwortlich gemacht und Dresdens Bürger zum breiten Protest am kommenden Sonntag aufgerufen. Dann finden in der Stadt mehrere Demonstrationen des Bündnisses «Herz statt Hetze» statt. «Pegida hat in den letzten sechs Jahren das gesellschaftliche Klima in Sachsen und darüber hinaus vergiftet», erklärte Michael Nattke, Fachreferent im Kulturbüro Sachsen, und stellte Bezüge von Pegida zur rechtsextremen Szene dar.
Pegida sei ein Brandbeschleuniger für rassistische und andere demokratiefeindliche Bestrebungen gewesen, betonte Nattke. Die Bewegung habe in ihrer Anfangszeit das Fünftel der deutschen Bevölkerung sichtbar gemacht, dass sich in Einstellungsstudien immer wieder rechten Positionen verbunden fühlte. Heute kämen zu den Pegida-Demonstrationen wenige hundert Menschen, die oft rechten Verschwörungsmythen und einem völkisch-autoritären Weltbild anhängen: «Es ist gut, dass bei Pegida heute nur noch ein verschwindend geringer Teil der sächsischen Bürgerschaft demonstriert.»