Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hat davor gewarnt, alle Demonstranten gegen Corona-Maßnahmen über einen Kamm zu scheren. «Ich respektiere, dass Menschen demonstrieren und warne davor alle Proteste in einen Topf zu werfen», sagte der CDU-Politiker der «Sächsischen Zeitung» (Freitag). Zugleich mahnte er eine mögliche «Unterwanderungen von Leuten» an, «die alles nutzen, um Stimmung zu machen und auch falsche Informationen streuen». Im sächsischen Pirna hatten erst am Mittwoch etwa 200 Menschen gegen Corona-Beschränkungen demonstriert. 30 von ihnen griffen die Polizei an, ein Beamter wurde verletzt.
Kretschmer wandte sich gegen den Vorwurf vieler Demonstranten, die Bevölkerung solle bewusst in Angst und Schrecken versetzt werden. Es gebe viele juristische Mittel, um sich gegen staatliche Maßnahmen zur Wehr zu setzen, und vielerlei Möglichkeiten, seine Meinung zu artikulieren. «Deshalb halte ich es schlichtweg für unbegründet, was da gesagt wird.» Hinsichtlich der für Freitag geplanten Lockerungen verwies er auf die Eigenverantwortung der Sachsen.