Die Bundespolizei setzt nach der Entscheidung von Innenministerin Nancy Faeser (SPD) feste Kontrollen an den Grenzen zu Polen, Tschechien und der Schweiz ein - doch es gibt Kritik aus den eigenen Reihen. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) zeigte sich unzufrieden mit der Umsetzung. «Teilweise sind grenzüberschreitende Straßen besetzt worden, dies führte auch schon zu ersten Staus», sagte der GdP-Vorsitzende für die Bundespolizei, Andreas Roßkopf, am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Die Gewerkschaft habe sich nach Faesers Ankündigung auf «flexible, mobile und lageangepasste Kontrollen» eingestellt und nicht auf «stumpfe stationäre feste Kontrollstellen wie an der österreichischen Grenze». Die Gewerkschaft bemängelte auch fehlende Ausstattung.
Faeser hatte für die Grenzen zu Polen, Tschechien und der Schweiz am Montag für zunächst zehn Tage stationäre Kontrollen bei der EU-Kommission angemeldet. Kurz darauf gab es erste Kontrollen direkt an der Grenze, allerdings nicht mit Grenzhäuschen oder Schlagbaum. Die Notifizierung kann laut Ministerium für zwei Monate verlängert werden. In Sicherheitskreisen wird damit gerechnet, dass die Kontrollen später auch für einen längeren Zeitraum angemeldet werden. Faeser will irreguläre Einreisen und Schleuserkriminalität bekämpfen.