Beim Sächsischen Flüchtlingsrat sind seit Einführung der Bezahlkarte für Asylbewerber zahlreiche Beschwerden von Betroffenen eingegangen. «Wochenmärkte, kleinere Lebensmittelläden, Rechtsbeistand oder Sportvereine nehmen die Bezahlkarte nicht an oder haben schlichtweg keine passenden Kartenlesegeräte», sagte Dave Schmidtke, Pressesprecher des Sächsischen Flüchtlingsrates, laut einer Mitteilung. Kinder könnten kein Bargeld mehr für Materialien, Ausflüge oder Essen mit in die Schule nehmen.
Besonders bei den Einschränkungen für Überweisungen mit der Karte berichtet Schmidtke von Problemen. Jedes Mal müsse die IBAN des Empfängers dem Landratsamt übermittelt und von diesem freigegeben werden. Wenn einige Ämter diese nicht rechtzeitig bewilligten, könnten Fristen für Zahlungen nicht eingehalten werden. «Betroffene aus Hoyerswerda, Bautzen und Pirna kommen mit Mahnbescheiden sowie Kündigungsandrohungen von Kita, Handyvertrag oder Deutschlandticket in unsere Beratung», sagte Schmidtke. Für Online-Einkäufe, wie etwa auf Ebay, sind Überweisungen komplett ausgeschlossen. «Das trifft insbesondere Schutzsuchende auf dem Land aufgrund der dort fehlenden Infrastruktur», sagte Schmidtke.