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Wohnungswirtschaft sieht Einbruch bei Neubau-Investitionen

Eine Baugerüst an einem Wohnhaus. / Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild
Eine Baugerüst an einem Wohnhaus. / Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

Die kommunale Wohnungswirtschaft rechnet in diesem und im kommenden Jahr mit einem dramatischen Einbruch bei Neubauprojekten in Sachsen, auch im sozialen Wohnungsbau.

Die kommunale Wohnungswirtschaft rechnet in diesem und im kommenden Jahr mit einem Einbruch bei Neubauprojekten in Sachsen - auch im sozialen Wohnungsbau. «Das ist dramatisch, weil das oft Projekte sind, die für das kleine Portemonnaie gedacht waren», sagte der Verbandsdirektor der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft (vdw), Alexander Müller, am Donnerstag in Dresden. In einer Umfrage gaben die Mitgliedsunternehmen in Sachsen an, rund 85 Prozent der für dieses Jahr geplanten Neubauprojekte in der aktuellen Lage nicht mehr realisieren zu können. Etwa 80 Prozent der Unternehmen gaben an, 2024 keine neuen Wohnungen bauen zu können.

«Darunter fällt auch der soziale Wohnungsbau, da werden wir fast eine Einstellung der Aktivitäten haben», so Müller. Im vdw Sachsen sind 127 vor allem kommunale Wohnungsunternehmen organisiert, die mit rund 303 000 Wohnungen rund ein Fünftel der Mietwohnungen in Sachsen bewirtschaften. Auch für 2025 rechnet der Verband mit Rückgängen im Wohnungsbau bei den Verbandsmitgliedern. Zum Vergleich: 2022 wurden von den kommunalen Wohnungsunternehmen im Freistaat rund 164 Millionen Euro in Neubau investiert.

Gerade im sozialen Wohnungsbau sei die Förderung unzureichend, kritisierte Müller. Als weitere Gründe für den Einbruch der Bauaktivitäten führte der Verbandschef unter anderem die stark gestiegenen Zinsen, hohe Bau- und Energiepreise sowie die Inflation an. 2023 sei ein «wohnungspolitisches Katastrophenjahr» gewesen, kritisierte Müller mit Blick auf die Politik der Ampel-Regierung in Berlin. Förderprogramme seien plötzlich beendet worden, das Heizungsgesetz «verkorkst» umgesetzt.

Der Verband schloss nicht aus, dass vereinzelt Mieten im Bestand erhöht werden müssten. 2022 lag die Kaltmiete bei den kommunalen Wohnungsunternehmen im Schnitt bei 5,22 Euro pro Quadratmeter - rund drei Prozent höher als im Jahr zuvor. «Das liegt noch deutlich unter der Inflation», so Müller. Zudem sei in einigen Kommunen mit einer «Verdrei- bis Vervierfachung» des Fernwärmepreises zu rechnen, hieß es. Auf Gas und Fernwärme ist vom 1. März an wieder der normale Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent fällig. Zur Entlastung der Verbraucher galt vorübergehend der Satz von 7 Prozent.

Von der Politik forderte der Verband verlässliche Rahmenbedingungen und ausreichende Förderung etwa für Neubau. Würden die Unternehmen ohne Zuschüsse bauen, müsste die Mindestmiete pro Quadratmeter zwischen 12 und 13 Euro liegen, um die Kosten zu decken, so Müller.

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