Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) im Sächsischen Landtag verlangt vom Virologen Christian Drosten Klarheit über Entscheidungen in der Corona-Pandemie. Der 52 Jahre alte Professor ist am Freitag Zeuge im parlamentarischen Untersuchungsausschuss.
Die Bürger hätten ein Recht darauf zu erfahren, welche Maßnahmen wirklich geholfen haben und welche vielleicht nicht, sagte BSW-Ausschussmitglied Ines Biebrach. Drosten sei einer der wichtigsten Berater der Regierung gewesen: «Wir erwarten von ihm klare Auskünfte dazu, wie evidenzbasiert die Empfehlungen waren und ob es im Verlauf der Pandemie Fehlannahmen gab.»
«Es muss transparent gemacht werden, wo die Wissenschaft wirklich sichere Erkenntnisse hatte und wo Politik möglicherweise auf unsicherer Datenbasis Entscheidungen traf», ergänzte Biebrachs Kollege Jens Hentschel-Thöricht. Mögliche Fehlentscheidungen und deren Folgen etwa für Kinder und Jugendliche dürften nicht unter den Teppich gekehrt werden.
«Am Ende dieses Frage-Antwort-Spiels müssen wir bewerten können, was richtig oder falsch war», sagte Biebrach. Die Anhörung von Drosten sei ein Schlüsselelement dieser Aufklärung.