In einem Interview mit der Chemnitzer "Freien Presse" äußerte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) Zuversicht bezüglich der weiteren Gespräche mit dem Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) und der SPD für eine gemeinsame Regierungskoalition. Er betonte, dass sie nach dem Wahlergebnis vor einer großen Herausforderung stehen, die sie jedoch gemeinsam annehmen sollten, anstatt nur über Befürchtungen zu sprechen.
Die Alternative wäre eine Minderheitsregierung. «Der Unterschied ist: Bei einer Minderheitsregierung ist man jeden Tag in Verhandlungen. Bei jedem Thema, bei jedem Gesetz, bei jedem Haushalt, bei jedem kleinen Antrag beginnt die Diskussion aufs Neue. Das bindet unglaublich viel Kraft. Deswegen ist eine Koalition immer der bessere Weg.»
Zugleich stimmte Kretschmer, der im Wahlkampf Sahra Wagenknecht heftig attackiert hatte, versöhnliche Töne an. «Unterschiedliche Wahrnehmungen voneinander können sich nur ändern, wenn man miteinander ins Gespräch kommt. Deswegen habe ich das Gespräch gesucht», sagte er mit Blick auf eine zwischenzeitliche Begegnung mit Wagenknecht.