Der Umgangston zwischen den Koalitionsparteien CDU und SPD in Sachsen wird rauer. Die CDU-Landtagsfraktion konterte am Donnerstag eine Kritik von SPD-Landeschef Hennig Homann, der die Union und vor allem Ministerpräsident Michael Kretschmer am Vortag zu einem anderen Politikstil aufgefordert hatte. Homanns Worte wurden als «Ausfälle» bezeichnet: «Anstatt sich substanziell mit den erheblichen Problemen der aktuellen Flüchtlingspolitik zu beschäftigen, haut er reflexartig auf die CDU ein und setzt sich in die Schmoll-Ecke», erklärte CDU-Fraktionschef Christian Hartmann.
Auslöser für Homanns Äußerungen war ein Interview Kretschmers mit dem «Münchner Merkur» am vergangenen Wochenende. Dabei hatte er unter anderem eine Kürzung der Leistungen für Asylbewerber verlangt. Homann nannte das eine «fatale Sprücheklopferei». «Sachsen braucht einen Ministerpräsidenten, der sich auf seine Aufgaben als Regierungschef in Sachsen konzentriert, statt auf seine Profilierung im Bund und seine persönlichen Beliebtheitswerte», sagte er.