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Westeuropäische Preise, tschechische Löhne – die Lücke wächst

Westeuropäische Preise, tschechische Löhne – die Lücke wächst
Symbolbild Prag / pixabay wobbuffet13
Von: News aus Tschechien
In Tschechien nähern sich Wohn- und Lebensmittelpreise dem westeuropäischen Niveau an – die Löhne jedoch nicht. Neue Eurostat-Daten zeigen eine wachsende Schere zwischen Lebenshaltungskosten und Einkommen.

In Tschechien liegen die Preise für Wohnen, Energie und Lebensmittel inzwischen deutlich näher am westeuropäischen Niveau als die Löhne. Das zeigen neue Daten von Eurostat. Das allgemeine Preisniveau in Tschechien beträgt 89,4 Prozent des EU-Durchschnitts – niedriger als in Deutschland (108,3 Prozent) oder Österreich (113 Prozent). Doch hinter dieser Gesamtzahl verbergen sich erhebliche Unterschiede zwischen einzelnen Ausgabenkategorien.

Am deutlichsten zeigt sich der Trend beim Wohnen: Die Kosten für Unterkunft, Energie und Haushalt in Tschechien liegen bei 107,1 Prozent des EU-Durchschnitts – nur knapp unter Deutschland (113,9 Prozent) und Österreich (113,4 Prozent). Zum Vergleich: In Polen beträgt dieser Wert nur 52,2 Prozent, in der Slowakei 80,4 Prozent. Tschechische Haushalte zahlen damit beim Wohnen fast so viel wie in Westeuropa – und deutlich mehr als in den meisten anderen mitteleuropäischen Ländern.

Auch bei Lebensmitteln ist der Abstand zu Westeuropa kleiner geworden. Tschechien liegt bei 89,8 Prozent des EU-Durchschnitts, Deutschland bei 102,4 Prozent, Österreich bei 109,5 Prozent. Bei Alkohol und Tabak hat Tschechien mit 92 Prozent des EU-Durchschnitts sogar Polen, die Slowakei und Österreich überholt. Lediglich bei Dienstleistungen bleibt Tschechien deutlich günstiger: Restaurants und Übernachtungen kosten nur 69,5 Prozent des EU-Durchschnitts, verglichen mit 108,4 Prozent in Deutschland.

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Den Preisen stehen jedoch deutlich geringere Löhne gegenüber. Die durchschnittlichen Arbeitskosten pro Stunde betragen in Tschechien 19,80 Euro – in Deutschland sind es 45 Euro, in Österreich 46,30 Euro. Dazu kommt: Tschechische Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer arbeiten im Schnitt 37,5 Stunden pro Woche, in Deutschland sind es 33,9 Stunden, in Österreich 34 Stunden. Aufs Jahr gerechnet entspricht das rund einem Monat zusätzlicher Arbeit.

Das Problem liegt damit nicht im Fleiß der Bevölkerung, sondern in der wachsenden Diskrepanz zwischen steigenden Lebenshaltungskosten und stagnierenden Löhnen. Für viele Haushalte haben sich Wohn-, Energie- und Lebensmittelpreise dem westeuropäischen Niveau weit schneller angenähert als die Gehälter auf den Kontoauszügen.

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