In Tschechien liegen die Preise für Wohnen, Energie und Lebensmittel inzwischen deutlich näher am westeuropäischen Niveau als die Löhne. Das zeigen neue Daten von Eurostat. Das allgemeine Preisniveau in Tschechien beträgt 89,4 Prozent des EU-Durchschnitts – niedriger als in Deutschland (108,3 Prozent) oder Österreich (113 Prozent). Doch hinter dieser Gesamtzahl verbergen sich erhebliche Unterschiede zwischen einzelnen Ausgabenkategorien.
Am deutlichsten zeigt sich der Trend beim Wohnen: Die Kosten für Unterkunft, Energie und Haushalt in Tschechien liegen bei 107,1 Prozent des EU-Durchschnitts – nur knapp unter Deutschland (113,9 Prozent) und Österreich (113,4 Prozent). Zum Vergleich: In Polen beträgt dieser Wert nur 52,2 Prozent, in der Slowakei 80,4 Prozent. Tschechische Haushalte zahlen damit beim Wohnen fast so viel wie in Westeuropa – und deutlich mehr als in den meisten anderen mitteleuropäischen Ländern.
Auch bei Lebensmitteln ist der Abstand zu Westeuropa kleiner geworden. Tschechien liegt bei 89,8 Prozent des EU-Durchschnitts, Deutschland bei 102,4 Prozent, Österreich bei 109,5 Prozent. Bei Alkohol und Tabak hat Tschechien mit 92 Prozent des EU-Durchschnitts sogar Polen, die Slowakei und Österreich überholt. Lediglich bei Dienstleistungen bleibt Tschechien deutlich günstiger: Restaurants und Übernachtungen kosten nur 69,5 Prozent des EU-Durchschnitts, verglichen mit 108,4 Prozent in Deutschland.