Die tschechische Regierung hat den Weg für eine Bewerbung um eine europäische KI-Gigafabrik freigemacht. Das teilte die Regierung nach ihrer Kabinettssitzung am Montag mit. Das Wirtschaftsministerium wurde ermächtigt, ein gemeinsames Beschaffungsabkommen mit dem EuroHPC Joint Undertaking zu unterzeichnen – der Schlüssel zur Teilnahme an einem der wichtigsten KI-Infrastrukturprojekte der EU.
Die geplanten KI-Gigafabriken sollen Europa mit leistungsstarker Recheninfrastruktur für die Entwicklung, das Training und den Betrieb fortschrittlicher KI-Modelle ausstatten und die Abhängigkeit von außereuropäischen Technologieanbietern verringern. Sollte der tschechische Antrag erfolgreich sein, würde die Anlage in einem bestehenden Rechenzentrum im Prager Stadtteil Zbraslav entstehen. Das Gesamtinvestitionsvolumen ist mit rund 100 Milliarden Kronen veranschlagt.
Den größten Anteil – rund 70 Milliarden Kronen – soll České Radiokomunikace übernehmen, das das Projekt finanzieren, die finanziellen Risiken tragen und Eigentümer sowie Betreiber der Infrastruktur werden soll. Der tschechische Staat und die Europäische Kommission würden jeweils rund 15 Milliarden Kronen beisteuern. Der Staat würde dabei nicht direkt in den Bau investieren, sondern sich verpflichten, einen Teil der Rechenkapazität zu nutzen – was öffentlichen Einrichtungen und heimischen Organisationen zu günstigen Konditionen Zugang zu moderner KI-Infrastruktur verschaffen würde.