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Von Prag nach Europa: Immer mehr Direktzüge

Von Prag nach Europa: Immer mehr Direktzüge
Symbolbild Prag Hauptbahnhof / pixabay hyungname
Von: News aus Tschechien
Das internationale Bahnangebot ab Tschechien wächst weiter. Neue Direktverbindungen führen unter anderem nach Kopenhagen, Brüssel und an die Adriaküste, während die EU den grenzüberschreitenden Ticketkauf vereinfachen will.

Wer von Tschechien aus mit dem Zug ins europäische Ausland reisen möchte, findet inzwischen deutlich mehr Direktverbindungen als noch vor wenigen Jahren. Neben den klassischen Strecken in die Nachbarländer wurden in den vergangenen Monaten neue Angebote nach Nordeuropa, Westeuropa und an die Adriaküste geschaffen.

Seit Mai verbindet erstmals ein Direktzug Prag mit der dänischen Hauptstadt Kopenhagen. Nach einer Testphase sollen ab Mitte Juni täglich drei Verbindungen in beide Richtungen verkehren. Die Strecke führt unter anderem über Ústí nad Labem, Dresden, Berlin und Hamburg. Nach Abschluss von Bauarbeiten in Norddeutschland verkürzt sich die Fahrzeit auf knapp zwölf Stunden.

Auch Reisende mit Urlaubszielen an der Adria profitieren von neuen Angeboten. Die Tschechischen Bahnen (ČD) nehmen gemeinsam mit dem polnischen Bahnunternehmen PKP Intercity erneut den „Adria-Express“ in Betrieb. Die Direktzüge verbinden Tschechien über Ostrava mit Slowenien und Kroatien. Aufgrund der hohen Nachfrage wird die Kapazität gegenüber dem Vorjahr erweitert.

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Währenddessen hat sich RegioJet aus dem Markt der direkten Kroatien-Züge zurückgezogen. Das Unternehmen setzt inzwischen auf Fernbusverbindungen und begründet dies mit häufigen Verspätungen sowie infrastrukturellen Problemen auf Teilen des internationalen Schienennetzes.

Auch Westeuropa rückt näher. Der Anbieter European Sleeper verbindet Prag mehrmals pro Woche direkt mit Amsterdam, Antwerpen und Brüssel. Die Nachtzüge ermöglichen komfortable Reisen ohne Umstieg und verfügen über Schlafwagen für längere Strecken.

Ein weiteres neues Angebot startet am 25. Juni 2026. Dann nimmt Leo Express eine internationale Verbindung von Frankfurt über Dresden und Prag nach Krakau sowie weiter bis Przemyśl in Polen auf.

Experten gehen davon aus, dass die Nachfrage nach internationalen Bahnreisen in den kommenden Jahren weiter steigen wird. Als größte Hürden gelten bislang komplizierte Buchungssysteme und unterschiedliche Tarifmodelle der einzelnen Bahngesellschaften. Die Europäische Kommission arbeitet deshalb an einer Vereinheitlichung des Ticketverkaufs. Künftig sollen Fahrgäste Verbindungen verschiedener Anbieter einfacher buchen und bei Verspätungen oder verpassten Anschlüssen besser abgesichert werden.

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