Auf der Prager Burg hat Staatspräsident Petr Pavel Igor Červený als neuen Umweltminister vereidigt. Die Ernennung macht das Kabinett von Premier Andrej Babiš vollständig. Im Anschluss wurde Červený im Ministerium offiziell in sein Amt eingeführt. Das teilte die Kommunikationsabteilung der Prager Burg mit.
Červený übernimmt das Ressort von Petr Macinka, der die Behörde seit Dezember kommissarisch geleitet hatte. Der neue Minister kündigte einen pragmatischen Kurs an, der den Schutz natürlicher Ressourcen mit der Wettbewerbsfähigkeit der tschechischen Industrie in Einklang bringen soll. Er betonte die Bedeutung praktikabler Lösungen, die Haushalte und Unternehmen nicht übermäßig belasten.
Zu den zentralen Vorhaben zählt die Neuausrichtung des Förderprogramms „Nová zelená úsporám“, das energetische Sanierungen unterstützt. Zudem plant Červený eine Überarbeitung der sogenannten Beschleunigungszonen, um Genehmigungsverfahren für erneuerbare Energiequellen zu verkürzen. Dabei soll eine enge Abstimmung mit dem Regierungsbeauftragten für Klima und Green Deal, Filip Turek, erfolgen. Auch eine Prüfung des Systems der Emissionszertifikate steht auf der Agenda.
Červený erklärte nach seiner Ernennung: „Ich vertrete einen nachhaltigen Ansatz zum Schutz von Natur und Gesellschaft. Die Pflege unseres Naturreichtums ist unerlässlich, zugleich dürfen tschechische Haushalte nicht unverhältnismäßig belastet werden. Ich werde einen goldenen Mittelweg suchen – Lösungen, die ökologisch sinnvoll und zugleich wirtschaftlich tragfähig und rational sind.“
Der in der politischen Arena noch junge Minister sitzt seit Oktober 2025 für die Bewegung Motoristé sobě in der Abgeordnetenkammer und war unter anderem stellvertretender Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses. Vor seinem Eintritt in die Politik arbeitete er an der Karls-Universität, der ČVUT sowie der VŠCHT in fachlichen und projektbezogenen Positionen und befasste sich vor allem mit angewandter Forschung, Digitalisierung und Nachhaltigkeit.
Analysten sehen in Červenýs Ansatz den Versuch, ökologische Ziele mit wirtschaftlicher Realität zu verbinden. Kritiker mahnen jedoch, dass eine zu starke Betonung der Wettbewerbsfähigkeit den Klimaschutz verwässern könnte. Wie Červenýs Politik konkret aussehen wird, bleibt damit ein Schwerpunkt der kommenden Wochen.