Die tschechische Regierung verschärft ihren Kampf gegen Schwarzarbeit. Das teilte Finanzministerin Alena Schillerová am Mittwoch mit. Sie unterzeichnete gemeinsam mit Innenminister Lubomír Metnar und Arbeitsminister Aleš Juchelka ein Memorandum zur intensiveren Zusammenarbeit der drei Ministerien. Die Kooperation trägt den Namen „Kobra 26" – das Logo zeigt eine angriffslustige Giftschlange. Geplant sind ein intensiverer Informationsaustausch sowie gemeinsame Kontrollen in besonders betroffenen Branchen.
Der Handlungsbedarf ist erheblich: Laut Schillerová wurde die tschechische Staatskasse zwischen 2019 und 2022 durch illegale Beschäftigungsverhältnisse um rund 92 Milliarden Kronen – umgerechnet 3,7 Milliarden Euro – gebracht. Neben dem Schutz staatlicher Einnahmen gehe es der Regierung aber auch um den Schutz der betroffenen Arbeitnehmer. Innenminister Metnar verwies zudem auf die Verbindungen zwischen Schwarzarbeit und organisiertem Verbrechen. Die Polizei werde diesen Bereich künftig verstärkt kontrollieren – auch rund um Industriebetriebe und Massenunterkünfte.