Proteste vor dem Rathaus und hitzige Debatten im Sitzungssaal haben am Dienstag die Diskussion über den Sudetendeutschen Tag in Brünn geprägt. Das berichteten Vertreter des Stadtrats nach der Sitzung. Die Stadt entschied dabei, weder aktiv für noch gegen die Veranstaltung Stellung zu beziehen.
Vor dem Rathaus versammelten sich sowohl Gegner als auch Befürworter des Treffens. Während Kritiker vor einer Relativierung der Nachkriegsgeschichte warnten, forderten Unterstützer einen offenen Dialog und weitere Schritte der Versöhnung. Auch während der Sitzung kam es zu lautstarken Zwischenrufen.
Im Stadtrat fanden weder ein Antrag auf Absage der Veranstaltung noch ein Vorschlag zur ausdrücklichen Unterstützung eine Mehrheit. Stattdessen bekräftigte die Ratsmehrheit den bisherigen Versöhnungskurs, der auf einer Erklärung aus dem Jahr 2015 basiert. Zu Beginn der Sitzung sprach der Schriftsteller und frühere Parlamentspräsident Milan Uhde, der sich für Dialog einsetzte. Er verwies darauf, dass historische Schuld nicht vererbbar sei.