Der Prager Stadtbezirk Prag 1 verlangt vom Staat weitreichende Verbesserungen am geplanten Registrierungssystem eTurista für Kurzzeitvermietungen. Das beschloss die Bezirksvertretung in einer offiziellen Stellungnahme. Das System dürfe nicht lediglich Vermieter erfassen, sondern müsse eine wirksame Kontrolle ermöglichen und illegale Angebote verhindern, erklärte Bürgermeisterin Terezie Radoměřská: „Eine Registrierungsnummer darf nicht als Freibrief für die Vermietung von Wohnungen dienen, die eigentlich dem Wohnen vorbehalten sind."
Der Bezirk verweist dabei auf den klaren Willen der Bevölkerung: Bei einem lokalen Referendum im Oktober 2025 sprachen sich 72,26 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer für eine Einschränkung von Kurzzeitvermietungen in Wohngebäuden aus. 9.480 der 20.997 Wahlberechtigten nahmen teil – damit war das Referendum gültig.
Prag 1 fordert unter anderem, dass vor der Vergabe einer Registrierungsnummer geprüft wird, wer Eigentümer und Vermieter der Immobilie ist, ob eine rechtliche Nutzungsberechtigung vorliegt und ob die Vermietung den baurechtlichen Vorschriften entspricht. Wohnungen, die dauerhaft als Beherbergungsbetrieb genutzt werden, sollten nicht weiterhin als gewöhnlicher Wohnraum gelten.