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Schwere Bodendürre in Tschechien: Fast die Hälfte des Landes betroffen

Schwere Bodendürre in Tschechien: Fast die Hälfte des Landes betroffen
Symbolbild Dürre / pixabay GregMontani
Von: News aus Tschechien
Rund die Hälfte des tschechischen Staatsgebiets ist von den drei schlimmsten Stufen der Bodendürre betroffen. Ursache ist eine trockene und warme Winter-Saison mit deutlich weniger Schnee als üblich.

Fast die Hälfte Tschechiens leidet derzeit unter starker Bodendürre. Das geht aus der aktuellen Karte des Projekts InterSucho hervor. 13 Prozent des Staatsgebiets sind bereits von extremer Dürre betroffen, nur 14 Prozent gelten als unbeeinträchtigt. Besonders kritisch ist die Lage in der obersten Bodenschicht bis 40 Zentimeter Tiefe – ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, an dem Feldfrüchte gerade keimen. Das erklärte Klimatologe Pavel Zahradníček vom Tschechischen Hydrometeorologischen Institut und dem Akademieinstitut CzechGlobe gegenüber der Nachrichtenagentur ČTK.

Die Bodendürre begann sich im März zu entwickeln und verschlimmerte sich im April deutlich, als sich das Wetter erwärmte und die erwachende Vegetation Wasser zu verbrauchen begann. Als Hauptursache nennt Zahradníček den vergangenen Winter: Im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 1961 bis 2000 fiel rund 40 Prozent weniger Schnee. Besonders betroffen war Mähren, wo die Schneemenge in manchen Gebieten unter 60 Prozent des langjährigen Mittels lag. Auch auf Bergen über 800 Metern Seehöhe wurden nur 56 Prozent des durchschnittlichen Schnees gemessen.

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Den fehlenden Schnee kompensierte auch der Regen nicht. In vielen Bezirken erreichten die Niederschläge nicht einmal 60 Prozent des Durchschnitts, landesweit lag der Wert bei 72 Prozent. Hinzu kam ein überdurchschnittlich warmer Winter: Die durchschnittliche Temperaturabweichung für ganz Tschechien betrug 1,4 Grad Celsius, am stärksten ausgeprägt auf der Böhmisch-Mährischen Höhe und den nördlichen Gebirgen.

Für die Landwirtschaft ist die Lage zunehmend problematisch. Laut Meldungen auf der InterSucho-Plattform sind Wintergetreide noch in akzeptablem Zustand, während Sommerfrüchte, Mais und Zuckerrüben stärker leiden – sie keimen in der ausgetrockneten Oberflächenschicht. Getreidewurzeln können wegen des Wassermangels den ausgebrachten Stickstoffdünger nicht aufnehmen. Zahradníček warnte, dass warme Winter mit unterdurchschnittlichen Niederschlägen in den vergangenen 10 bis 15 Jahren zur Norm geworden sind und das Risiko rascher Frühjahrsdürren erheblich erhöhen.

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