Fast die Hälfte Tschechiens leidet derzeit unter starker Bodendürre. Das geht aus der aktuellen Karte des Projekts InterSucho hervor. 13 Prozent des Staatsgebiets sind bereits von extremer Dürre betroffen, nur 14 Prozent gelten als unbeeinträchtigt. Besonders kritisch ist die Lage in der obersten Bodenschicht bis 40 Zentimeter Tiefe – ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, an dem Feldfrüchte gerade keimen. Das erklärte Klimatologe Pavel Zahradníček vom Tschechischen Hydrometeorologischen Institut und dem Akademieinstitut CzechGlobe gegenüber der Nachrichtenagentur ČTK.
Die Bodendürre begann sich im März zu entwickeln und verschlimmerte sich im April deutlich, als sich das Wetter erwärmte und die erwachende Vegetation Wasser zu verbrauchen begann. Als Hauptursache nennt Zahradníček den vergangenen Winter: Im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 1961 bis 2000 fiel rund 40 Prozent weniger Schnee. Besonders betroffen war Mähren, wo die Schneemenge in manchen Gebieten unter 60 Prozent des langjährigen Mittels lag. Auch auf Bergen über 800 Metern Seehöhe wurden nur 56 Prozent des durchschnittlichen Schnees gemessen.