In der Nacht auf Sonntag gelangt Saharastaub in höhere Atmosphärenschichten über Tschechien und soll dort mindestens bis Anfang nächster Woche verbleiben. Das teilte der Tschechische Hydrometeorologische Dienst (ČHMÚ) auf dem Netzwerk X mit. Der feine Sand aus Afrika bewegt sich in Höhen zwischen drei und fünf Kilometern und soll die Luftqualität am Boden nicht beeinträchtigen.
Sichtbare Auswirkungen sind dennoch möglich: Der Himmel erscheint durch den Staub weniger blau als gewöhnlich. Bei Regen kann der Staub ausnahmsweise auch auf den Boden gelangen – auf Fensterscheiben, Fensterbänken und Fahrzeugkarosserien hinterlässt er ähnliche Rückstände wie Blütenstaub. In den kommenden Tagen sind laut Meteorologen jedoch nur wenige Niederschläge zu erwarten.
Saharastaub gelangt regelmäßig nach Tschechien, wenn Sandstürme über der nordafrikanischen Wüste feine Partikel in die oberen Luftschichten schleudern. Bei gleichzeitigem Niederschlag können Regen oder Schnee dann gelb, orange oder braun gefärbt sein. Vor zwei Jahren zu Ostern war die Konzentration des Wüstenstaubes so hoch, dass in Tschechien sogar eine Smogsituation ausgerufen wurde. Damals beeinträchtigte der Staub auch die Leistung von Solaranlagen. Zudem kann Saharastaub die Tageshöchsttemperaturen leicht dämpfen, da er einen Teil der Sonnenstrahlung abschirmt.