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Rückzieher nach Protesten: Tschechische Regierung bricht Medienreform ab

Rückzieher nach Protesten: Tschechische Regierung bricht Medienreform ab
Symbolbild TV / pixabay TechLine
Von: News aus Tschechien
Die tschechische Regierung verfolgt das umstrittene Mediengesetz von Kulturminister Klempíř nicht weiter. Nach massiven Protesten soll nur noch die Finanzierung von ČT und ČRo geändert werden – die Rundfunkgebühren sollen dennoch abgeschafft werden.

Die tschechische Regierung gibt die umfassende Reform des Medienrechts auf. Das teilte Premierminister Andrej Babiš mit. Nach rund 400 Stellungnahmen und anhaltenden Protesten zieht das Kabinett das von Kulturminister Oto Klempíř vorgelegte Mediengesetz zurück. Stattdessen soll lediglich die Finanzierung des Tschechischen Fernsehens (ČT) und des Tschechischen Rundfunks (ČRo) neu geregelt werden. Beide Sender sollen künftig aus dem Staatshaushalt finanziert werden, die übrigen gesetzlichen Bestimmungen sollen weitgehend unverändert bleiben.

Die Debatte hatte in den vergangenen Wochen massive Reaktionen ausgelöst. Tausende Menschen demonstrierten wiederholt in Prag und anderen Städten gegen die geplante Abschaffung der Rundfunkgebühren. Gewerkschaften kündigten Protestaktionen an, Medienvertreter warnten vor einer Schwächung der Unabhängigkeit der öffentlich-rechtlichen Sender. Auch Kulturminister Klempíř bestätigte den Kurswechsel, betonte jedoch, dass das ursprüngliche Ziel der Koalition – die Abschaffung der Rundfunkgebühren – bestehen bleibe.

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Parallel dazu liegt im Parlament ein weiterer Vorschlag vor: Eine Gruppe von ANO-Abgeordneten um den stellvertretenden Parlamentspräsidenten Patrik Nacher will bestimmte Gruppen – darunter alleinlebende Senioren und kleinere Unternehmen – möglichst schnell von den Rundfunkgebühren befreien. Kritiker warnen vor erheblichen Einnahmeausfällen für die Sender.

Die Generaldirektoren von ČT und ČRo halten weiterhin an den bestehenden Gebühren fest. Dieses Modell gewährleiste die größtmögliche Unabhängigkeit von politischem und wirtschaftlichem Einfluss, argumentieren sie. Auch Gewerkschaften und die Initiative „Veřejnoprávně" lehnen die Regierungspläne ab. Der Medienausschuss des Senats hat inzwischen eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die die geplanten Änderungen prüfen und Vertreter aus Politik, Medien und Fachverbänden zusammenbringen soll.

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