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Prag: Immer mehr Autos, immer weniger Platz auf den Straßen

Prag: Immer mehr Autos, immer weniger Platz auf den Straßen
Symbolbild Prag / pixabay wobbuffet13
Von: News aus Tschechien
Prag verzeichnet 756 registrierte Pkw pro 1.000 Einwohner – und die Zahl steigt weiter. Experten warnen: Jahrzehnte verfehlter Stadtplanung, wachsende Einpendlerzahlen und fehlende Alternativen zum Auto verschärfen das Problem.

Prag verzeichnet aktuell 756 registrierte Pkw pro 1.000 Einwohner – rund 300 mehr als noch vor 30 Jahren. Das geht aus aktuellen Verkehrsdaten hervor. Obwohl die Zahl der zugelassenen Fahrzeuge nach einem Höchststand im Jahr 2021 kurzzeitig zurückging, steigt sie seitdem wieder an. Rund eine Million Parkplätze auf öffentlichen Straßen stehen einer Stadt mit 1,4 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern gegenüber – viele Viertel gleichen laut Experten inzwischen offenen Parkhäusern.

Erschwerend kommt hinzu, dass Prag täglich weit mehr Menschen versorgen muss als offiziell gemeldet sind. Laut anonymisierten Mobilitätsdaten des Unternehmens O2 Dataclair reisen an einem typischen Werktag rund 460.000 zusätzliche Menschen in die Stadt ein. Die tatsächliche Tagesbevölkerung wächst damit an Werktagen um rund ein Drittel – was den Druck auf das Straßennetz erheblich verstärkt.

Mitverantwortlich für das Problem sind jahrzehntelange Planungsentscheidungen. Die Stadt schreibt für Neubauten nach wie vor Mindestparkplatzzahlen vor – in der Regel mindestens ein Stellplatz je 85 Quadratmeter Bruttogrundfläche, mit Abweichungen je nach Stadtlage. Die Revoluční-Straße gilt als anschauliches Beispiel: Seit der Eröffnung des Parkhauses im Palladium-Einkaufszentrum mit rund 900 Stellplätzen im Jahr 2007 fährt rund ein Drittel der Fahrzeuge auf dieser Straße direkt in das Parkhaus. „Wenn diese Parkplätze nicht existieren würden, würden viele Fahrer gar nicht erst kommen. Dieses Muster haben wir wiederholt in Städten im Ausland beobachtet", sagte Václav Novotný, Leiter des Verkehrsinfrastrukturbüros.

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Den Ausbau des Radwegnetzes bezeichnet Novotný als wichtigen Schritt – in dicht besiedelten Stadtvierteln scheitert er jedoch häufig am politischen Widerstand, da geschützte Radspuren oft den Wegfall von Parkplätzen bedeuten. Viele neue Radwege bestehen deshalb nur aus aufgemalten Streifen, die wenig Zuspruch finden. Auch der öffentliche Nahverkehr hat sich noch nicht vollständig erholt: Die Prager Metro beförderte vor der Pandemie rund 440 Millionen Fahrgäste jährlich. Weder Metro noch Tramnetz hatten bis 2024 wieder das Niveau von 2019 erreicht.

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