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Präsident Pavel wirbt erneut für Euro – Regierung hält an der Krone fest

Präsident Pavel wirbt erneut für Euro – Regierung hält an der Krone fest
Symbolbild Tschechische Krone / pixabay vjkombajn
Von: News aus Tschechien
Präsident Petr Pavel hat sich erneut für die Einführung des Euro in Tschechien ausgesprochen. Die Regierung von Premierminister Andrej Babiš lehnt einen Beitritt zur Eurozone dagegen weiterhin ab und setzt auf die tschechische Krone.

Präsident Petr Pavel hat sich erneut für die Einführung des Euro in Tschechien ausgesprochen. Bei der Konferenz „ReVize Česka“ in Prag erklärte er, die gemeinsame europäische Währung könne die Position des Landes innerhalb der Europäischen Union stärken.

„Wenn die tschechische Krone unsere Entwicklung behindert, sollten wir sie aufgeben“, sagte Pavel. Länder, die wirtschaftlich eng mit der Eurozone verflochten seien, sollten seiner Ansicht nach auch an den entsprechenden Entscheidungen beteiligt werden. Tschechien gehört bislang nicht zu den Staaten, die an den Gipfeltreffen der Euro-Länder teilnehmen.

Die Regierung von Andrej Babiš hält dagegen weiterhin an der Krone fest. Der Premierminister bezeichnete den Euro nach der jüngsten Kabinettssitzung als möglichen weiteren Verlust nationaler Souveränität innerhalb der Europäischen Union. Die Regierung hatte bereits angekündigt, die Gemeinschaftswährung nicht einführen zu wollen. Künftig soll zudem kein jährlicher Bericht mehr erstellt werden, der die Euro-Reife des Landes bewertet.

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Pavel kritisierte, dass in Tschechien häufig vor allem die Risiken eines Euro-Beitritts diskutiert würden. Dadurch werde eine ausgewogene Debatte über mögliche Vor- und Nachteile erschwert. Gleichzeitig sprach er sich für eine stärkere europäische Integration und die Vertiefung des Binnenmarktes aus.

Der Ökonom Petr Dufek sieht die Diskussion vor allem aus wirtschaftlicher Sicht. Zwar könne der Euro langfristig Vorteile bringen, derzeit sei jedoch kein entscheidender Wachstumsschub für die tschechische Wirtschaft zu erwarten. Die Krone ermögliche weiterhin eine eigenständige Geldpolitik.

Tschechien hat sich mit dem EU-Beitritt im Jahr 2004 grundsätzlich zur Einführung des Euro verpflichtet. Einen konkreten Zeitplan gibt es jedoch bis heute nicht. Derzeit gehören 21 der 27 EU-Mitgliedstaaten der Eurozone an.

Für einen Beitritt müssen die sogenannten Maastricht-Kriterien erfüllt werden. Dazu zählen unter anderem Vorgaben zur Inflation, Staatsverschuldung, Haushaltsdisziplin und Wechselkursstabilität. Nach den zuletzt verfügbaren Daten erfüllt Tschechien derzeit drei der fünf Voraussetzungen.

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