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Klimawandel zwingt Tschechien zu schnellerem Umdenken beim Wasser

Klimawandel zwingt Tschechien zu schnellerem Umdenken beim Wasser
Symbolbild Dürre / pixabay daeron
Von: News aus Tschechien
Tschechien muss seine Wasserwirtschaft angesichts des fortschreitenden Klimawandels schneller anpassen. Das erklärte Hydrologe Adam Vizina vom T.-G.-Masaryk-Wasserforschungsinstitut – mit Blick auf zunehmende Extreme zwischen Dürre und Starkregen.

Tschechien wird seine Wasserwirtschaft angesichts der fortschreitenden Klimaveränderung beschleunigt anpassen müssen. Das erklärte Hydrologe Adam Vizina vom Forschungsinstitut für Wasserwirtschaft T. G. Masaryk gegenüber der Nachrichtenagentur ČTK. Künftig sei mit einem schnelleren Wechsel zwischen Extremen zu rechnen – darunter große Dürren, Hitzewellen und intensive Starkregenereignisse. Das Land brauche eine gesündere Landschaft zur Wasserversickerung und Abflussverzögerung, Speicherbecken sowie Systeme für ein koordiniertes Wassermanagement und klare Regeln für Knappheitsperioden.

Trockene Landschaft verhalte sich bei Hitze grundlegend anders als feuchte, erklärte Vizina. Bei ausreichender Bodenfeuchtigkeit verdunste ein erheblicher Teil der Sonnenenergie über Boden und Pflanzen, was die Umgebung natürlich kühle. Sei der Boden trocken, schwäche sich dieser „Klimatisierungseffekt" der Landschaft ab – die Energie heize stattdessen vorrangig Oberfläche und Luft auf. Trockene Landschaften könnten Hitzewellen dadurch sogar verstärken.

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Grundlegend sei es, Wasser in der Landschaft zu halten und den Abfluss zu verlangsamen – etwa durch bessere Bodenpflege, die Wiederherstellung von Feuchtgebieten, Tümpeln, Hecken und Auen sowie naturnähere Flussläufe und die Eindämmung weiterer Flächenversiegelung. Die Landschaft allein löse das Dürreproblem jedoch nicht, betonte Vizina. Notwendig seien auch technische und organisatorische Maßnahmen, insbesondere bei Wasserspeichern und Versorgungssystemen: bessere Bestandsverwaltung, aktualisierte Betriebsordnungen und die Vernetzung von Wasserversorgungssystemen, um lokale Ausfälle auszugleichen. Staat und Regionen müssten zudem klarer festlegen, welche Nutzung in Dürrezeiten Priorität habe – Trinkwasser, kritische Infrastruktur, Landwirtschaft oder Industrie.

Als weitere wichtige Maßnahme nannte der Hydrologe einen besseren Schutz des Grundwassers, das häufig den Flussabfluss in niederschlagsfreien Zeiten speist und zugleich als Trinkwasserquelle dient. Besonders verwundbar gegenüber Wasserknappheit seien kleine Gemeinden und lokale Quellen: Große Versorgungssysteme verfügten meist über größere Reserven, während flache Brunnen, kleine Quellen und kleinere Wasserläufe deutlich schneller auf Dürre reagierten. Auch der Umgang der Städte mit Regenwasser müsse sich ändern – idealerweise solle es versickern, gespeichert und etwa für Grünflächen oder Kühlung genutzt werden.

Vizina verwies darauf, dass Tschechien seit 2023 ein Konzept zum Dürreschutz für die Jahre 2023 bis 2027 verfolgt, das Maßnahmen zur Verbesserung von Monitoring, Prognosen, landwirtschaftlicher Bewirtschaftung, Wasserschutz und Landschaftsretention unterstützt. Derzeit würden zudem weitere technische Lösungen geprüft, darunter die Vernetzung von Versorgungssystemen, angepasste Betriebsordnungen für Speicherbecken sowie neue Wasserquellen.

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