Tschechien wird seine Wasserwirtschaft angesichts der fortschreitenden Klimaveränderung beschleunigt anpassen müssen. Das erklärte Hydrologe Adam Vizina vom Forschungsinstitut für Wasserwirtschaft T. G. Masaryk gegenüber der Nachrichtenagentur ČTK. Künftig sei mit einem schnelleren Wechsel zwischen Extremen zu rechnen – darunter große Dürren, Hitzewellen und intensive Starkregenereignisse. Das Land brauche eine gesündere Landschaft zur Wasserversickerung und Abflussverzögerung, Speicherbecken sowie Systeme für ein koordiniertes Wassermanagement und klare Regeln für Knappheitsperioden.
Trockene Landschaft verhalte sich bei Hitze grundlegend anders als feuchte, erklärte Vizina. Bei ausreichender Bodenfeuchtigkeit verdunste ein erheblicher Teil der Sonnenenergie über Boden und Pflanzen, was die Umgebung natürlich kühle. Sei der Boden trocken, schwäche sich dieser „Klimatisierungseffekt" der Landschaft ab – die Energie heize stattdessen vorrangig Oberfläche und Luft auf. Trockene Landschaften könnten Hitzewellen dadurch sogar verstärken.