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Prag lässt Kulturzentrum Stalin auf Letná weitermachen

Prag lässt Kulturzentrum Stalin auf Letná weitermachen
Symbolbild Prag / pixabay TomasHa73
Von: News aus Tschechien
Das Kulturzentrum Stalin auf der Prager Letná kann seinen Betrieb vorerst fortsetzen. Der Stadtrat nahm die Einrichtung wieder in die sogenannte Marktordnung auf. Unklar bleibt, wie der marode Sockel des früheren Stalin-Denkmals langfristig saniert werden soll.

Das Kulturzentrum Stalin auf der Prager Letná kann seinen Betrieb vorerst fortsetzen. Das teilte die Stadt Prag nach einer Entscheidung des Stadtrats mit. Die Einrichtung am ehemaligen Standort des Denkmals für den sowjetischen Diktator Josef Stalin wurde wieder in die sogenannte Marktordnung der Hauptstadt aufgenommen.

Der Beschluss fiel Anfang der Woche auf Antrag der Piraten. Zuvor war das Kulturzentrum aus der Verordnung gestrichen worden. Damit war der weitere Betrieb der Einrichtung gefährdet. Die Marktordnung regelt, an welchen Orten in Prag gewerbliche Tätigkeiten ausgeübt werden dürfen.

Hintergrund der ursprünglichen Streichung ist der zunehmend schlechte bauliche Zustand des Sockels des früheren Stalin-Denkmals. Einzelne Bereiche der Konstruktion müssen regelmäßig gesichert werden. Der für Immobilien zuständige Stadtrat Adam Zábranský hatte deshalb bereits im Frühjahr vorgeschlagen, die Hohlräume innerhalb des Sockels möglicherweise mit Schaumbeton zu verfüllen.

Eine solche Maßnahme wäre allerdings keine endgültige Lösung. Nach Angaben der Stadt wird der Zustand der Überreste des Denkmals regelmäßig überprüft. Auf Grundlage der Gutachten werden notwendige Sicherungsmaßnahmen vorgenommen. Über eine langfristige Lösung müsse jedoch die nächste politische Führung der Stadt entscheiden.

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Für das Kulturzentrum ist die Entscheidung zunächst eine Erleichterung. Die Einrichtung bietet neben Getränken und Speisen auch Konzerte und weitere Veranstaltungen an. Bereits im vergangenen Jahr hatte es Konflikte mit der Stadtverwaltung gegeben. Damals sollte der Mietvertrag zunächst nicht verlängert werden.

Als Grund wurde unter anderem die Nutzung von Räumen unter dem ehemaligen Denkmal als Lager genannt. Diese Nutzung entsprach nach Angaben der Stadt nicht der baurechtlich genehmigten Verwendung. Das Kulturzentrum musste daraufhin zeitweise schließen, nahm seinen Betrieb später jedoch im Außenbereich wieder auf.

Das Stalin-Denkmal wurde 1955 errichtet und war mehr als 15 Meter hoch, zwölf Meter breit und 22 Meter lang. Es galt damals als größte Gruppenskulptur Europas. Der einst als Symbol sowjetischer Macht errichtete Ort auf der Letná hat sich inzwischen zu einem Treffpunkt für Kultur und Freizeit entwickelt.

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