Das Kulturzentrum Stalin auf der Prager Letná kann seinen Betrieb vorerst fortsetzen. Das teilte die Stadt Prag nach einer Entscheidung des Stadtrats mit. Die Einrichtung am ehemaligen Standort des Denkmals für den sowjetischen Diktator Josef Stalin wurde wieder in die sogenannte Marktordnung der Hauptstadt aufgenommen.
Der Beschluss fiel Anfang der Woche auf Antrag der Piraten. Zuvor war das Kulturzentrum aus der Verordnung gestrichen worden. Damit war der weitere Betrieb der Einrichtung gefährdet. Die Marktordnung regelt, an welchen Orten in Prag gewerbliche Tätigkeiten ausgeübt werden dürfen.
Hintergrund der ursprünglichen Streichung ist der zunehmend schlechte bauliche Zustand des Sockels des früheren Stalin-Denkmals. Einzelne Bereiche der Konstruktion müssen regelmäßig gesichert werden. Der für Immobilien zuständige Stadtrat Adam Zábranský hatte deshalb bereits im Frühjahr vorgeschlagen, die Hohlräume innerhalb des Sockels möglicherweise mit Schaumbeton zu verfüllen.
Eine solche Maßnahme wäre allerdings keine endgültige Lösung. Nach Angaben der Stadt wird der Zustand der Überreste des Denkmals regelmäßig überprüft. Auf Grundlage der Gutachten werden notwendige Sicherungsmaßnahmen vorgenommen. Über eine langfristige Lösung müsse jedoch die nächste politische Führung der Stadt entscheiden.