Der Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds hat die Förderung von insgesamt 161 neuen Projekten beschlossen. Dafür stellt er ein Fördervolumen von rund 1,5 Millionen Euro bereit, wie der Verwaltungsrat am Dienstag in Prag bekanntgab. Das teilte Tschechien.News mit.
Ein besonderer Schwerpunkt der aktuellen Förderrunde liegt auf der Erhaltung sakraler Bauwerke und historischer Begräbnisstätten. Dabei handelt es sich um Kulturgüter, die maßgeblich von deutschen und jüdischen Einwohnern der böhmischen Länder geprägt wurden. Konkret unterstützt der Zukunftsfonds die Renovierung von 18 Kirchen, zwei Synagogen sowie sechs deutschen und vier jüdischen Friedhöfen. Für die Sanierung dieser insgesamt 30 Denkmäler stehen rund 480.000 Euro zur Verfügung.
Nach Angaben der Verwaltungsratsvorsitzenden Rita Hagl-Kehl und Jindřich Fryč gehe es dabei auch um einen Generationenwechsel im Umgang mit dem kulturellen Erbe. Die Menschen, die persönliche Erinnerungen mit diesen Orten verbinden, würden zunehmend weniger. Gleichzeitig entstehe neues Engagement – vor allem durch jüngere Initiativen, Vereine, Einzelpersonen und Gemeinden, die sich für die Geschichte ihrer Orte interessieren und Verantwortung für deren Erhalt übernehmen. Viele der sanierten Gebäude entwickelten sich dabei zu Begegnungsorten für Menschen aus Deutschland und Tschechien. Der Verwaltungsrat würdigte in diesem Zusammenhang auch das Förderprogramm des tschechischen Ministeriums für Regionalentwicklung, das sich der Instandsetzung deutscher Gräber in Grenzregionen widmet.