Tschechien bleibt im internationalen Vergleich weiterhin ein Land mit relativ niedriger HIV-Infektionsrate, doch die Zahlen steigen seit mehreren Jahren. Nach Angaben des Nationalen Referenzlabors für HIV/AIDS wurden im Jahr 2025 insgesamt 293 neue Infektionen bei tschechischen Staatsbürgern sowie bei Personen mit langfristigem oder dauerhaftem Wohnsitz in Tschechien festgestellt. Das entspricht 2,7 Fällen pro 100.000 Einwohner. Die meisten neuen Fälle treten in den Großstädten auf. Das teilte Tschechien.News mit.
„Mit 293 neuen Fällen haben wir den bisher höchsten Wert seit Beginn der Aufzeichnungen erreicht“, erklärt RNDr. Vratislav Němeček, CSc., Leiter des Nationalen Referenzlabors für HIV/AIDS am Staatlichen Gesundheitsinstitut. „Rund ein Fünftel der neu registrierten Fälle (66 Personen) betrifft Menschen, die bereits im Ausland diagnostiziert wurden. Dieser Anstieg hängt auch mit dem Krieg in der Ukraine und der Aufnahme von Flüchtlingen zusammen.“
Seit 2020 zeigt sich ein klarer Aufwärtstrend. Von den 293 neuen Infektionen entfielen 153 auf tschechische Staatsbürger, 140 (47,8 %) auf Ausländer, die in Tschechien ansässig sind, überwiegend aus der Ukraine (71), gefolgt von der Slowakei (9), Brasilien (6), Moldawien (5) und Russland (5). Von den neuen Fällen waren 234 Männer und 59 Frauen (20,1 %). Unter den Frauen waren 37 Ukrainerinnen und 17 Tschechinnen. Das Durchschnittsalter bei Diagnosestellung lag bei 39,4 Jahren. Die meisten neuen Fälle konzentrieren sich auf die größten städtischen Ballungsräume, insbesondere Prag (32,4 %), die Region Mittelböhmen (12,3 %) und Südmähren (13,3 %).