Was bleibt vom „Weißen Gold“? Künstlerinnen zeigen in Meißen neue Porzellankunst
Meißen. Der Kunstverein Meißen zeigt noch bis 21. November die Ausstellung „Beyond the White – Zeitgenössische Porzellankunst“. In den Räumen in der Burgstraße 2 sind Arbeiten von Else Gold, Rona Kobel, Olivia Pils und Hannes Uhlenhaut zu sehen. Die Schau wurde am 10. Oktober eröffnet.
„Was bleibt vom ‚Weißen Gold‘, wenn man ihm die alten Rollen nimmt?“, fragt der Kunstverein in seiner Ankündigung. Porzellan sei lange Luxusgut und Statussymbol gewesen, verknüpft mit Zerbrechlichkeit, Eleganz und den Codes von Tradition und Zugehörigkeit. Die Ausstellung frage, „was Porzellan heute sein kann, wenn es nicht länger nur Träger von Dekor und Funktion ist, sondern selbst zum eigenständigen Medium wird“.
Vier Zugänge zum Porzellan
Die vier Künstlerinnen gehen das Material ganz unterschiedlich an. Else Gold entwickelt laut Kunstverein aus seriell gegossenem Porzellan „prozesshafte Formationen zwischen formalen und existenziellen Fragen“. Hannes Uhlenhaut untersucht in Plastiken und Reliefs historisch geprägte Bildmotive auf ihre heutige Wirksamkeit. Die in Berlin lebende Olivia Pils verbindet Porzellan mit anderen Stoffen zu hybriden Objekten, die Körper, Zuschreibung und Wertästhetik verhandeln. Rona Kobel nutzt Porzellan als Medium zwischen dekorativer Tradition und politischen Themen.
Begleitet wird die Ausstellung von Lisa-Marie Gutte. Sie entwickelt als Nachwuchsvermittlerin eigene Vermittlungsformate, mentoriert von Isabell Baldermann. Mit allen vier Künstlerinnen hat sie Podcasts von jeweils etwa zehn Minuten über deren Arbeitsweise aufgenommen, die auf der Website des Kunstvereins zu hören sind.
Workshop und Katalog
Am Samstag, 14. November, bietet der Kunstverein von 13 bis 16 Uhr den Workshop „Pink, pastellig, spiky: Schlüsselanhänger to go“ mit Olivia Pils und Lisa-Marie Gutte an. Die Teilnehmer formen nach einer kurzen Skizze eigene Figuren aus Fimo. „Fehler sind erwünscht, denn der kreative Prozess lebt von spontanen Entscheidungen“, heißt es in der Einladung. Eine Anmeldung ist per Mail an kontakt@kunstverein-meissen.de nötig.
Zum Abschluss wird am Samstag, 21. November, um 16 Uhr der Katalog zur Ausstellung vorgestellt. Gefördert wird das Projekt von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, der Liebert-Stiftung Hamburg, dem Kulturraum Meißen – Sächsische Schweiz – Osterzgebirge und der Stadt Meißen. Die Kulturstiftung gibt laut ihrer Förderliste 11.800 Euro dazu.
Danach folgt im Kunstverein vom 5. Dezember bis 22. Januar der traditionelle Wintersalon mit Werken verschiedener Künstler aus Sachsen.
Die Ausstellung „Beyond the White“ ist bis 21. November im Kunstverein Meißen, Burgstraße 2, zu sehen. Geöffnet ist Mittwoch bis Samstag von 11 bis 17 Uhr, der Eintritt ist frei. Katalogpräsentation am 21. November um 16 Uhr. Workshop am 14. November von 13 bis 16 Uhr, Anmeldung unter kontakt@kunstverein-meissen.de oder Telefon 03521 476650. Weitere Infos unter www.kunstverein-meissen.de.