Walzengießerei Coswig schließt Ende November: 170 Jobs fallen weg
Coswig. Die Walzengießerei Coswig GmbH arbeitet nur noch bis Ende November. Das ist den rund 170 verbliebenen Beschäftigten am Montag bei einer Belegschaftsversammlung mitgeteilt worden, berichtet die Sächsische Zeitung. Sie verlieren ihre Arbeitsplätze.
Das Unternehmen an der Grenzstraße gehört seit 1996 zur DIHAG-Gruppe und gießt tonnenschwere Walzen für Stahlwerke, außerdem Teile für Windkraft- und Druckmaschinen. Gegründet wurde es 1892 von Eduard Schürmann als Eisenwerk Coswig. Lange war es der größte Industriearbeitgeber der Stadt. Im November 2025 stellte die Firma beim Amtsgericht Dresden Insolvenzantrag, Anfang Februar wurde das Verfahren in Eigenverwaltung eröffnet. Als Sachwalter wurde der Dresdner Rechtsanwalt Nicolas Rebel eingesetzt. Als Grund nannte das Unternehmen vor allem eine zu geringe Auslastung.
Es sei nicht gelungen, sich aus eigener Kraft zu sanieren oder einen neuen Besitzer zu finden, sagte Steven Kempe, Zweiter Bevollmächtigter der IG Metall Dresden-Riesa. Einen Investor habe man erst im Sommer gesucht. „Man ist viel zu spät diesen Weg gegangen.“ Die Beschäftigten hatten im Juni per Abweichungstarifvertrag auf Urlaubsgeld verzichtet und die Tariferhöhung verschoben. Zur Jahresmitte wurden erneut 40 Stellen gestrichen. Kempe nannte das Aus „in höchstem Maße tragisch“. Viele arbeiteten seit Jahrzehnten im Werk.
Die IG Metall will Ende Oktober eine Jobmesse mit Betrieben organisieren, die Fachkräfte suchen. Ob es eine Transfergesellschaft gibt und was mit dem Gelände passiert, ist bislang nicht bekannt.